Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in Tunesien
6. Dezember 2010| Tweet |
Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Denn die herrscht in Tunesien nicht nur auf dem Papier, sondern vor allem und wichtigerweise auch de facto. Auf dem Papier besteht Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau schon seit der Unabhängigkeit Tunesiens, also schon seit 1956. Der damalige und heutige Staatspräsident Zine El Abidine Ben Ali hat dann im Jahre 1987 auch die tatsächliche Umsetzung dieser rechtlichen Lage für die Realität bewirkt. Und so kann man mit Fug und Recht feststellen, dass Tunesien das einzige Land der arabischen Welt ist, in dem wirklich für gleiche Rechte beider Geschlechter gesorgt ist.
Unterstützung auch von der Frau des Präsidenten
Auch die Frau des Staatspräsidenten, Leila Ben Ali, beteiligt sich intensiv daran, die Lage der Frauen weiter zu stärken. Allgemein sieht man sich in Tunesien als Vorbild für eine kommende Entwicklung in den übrigen arabischen Staaten. Bedauernswerterweise sehen diese Staaten selbst das nicht unbedingt ähnlich.
So ist es nicht erstaunlich, dass sich die OAF, die Organisation Arabischer Frauen, bei Kongressen für ihre Themen häufig und gerne in Tunesien trifft, wo sie aufgrund ihrer Arbeit nicht angefeindet werden, sondern Unterstützung von höchster oder zweithöchster Stelle erfahren.
Inzwischen sind mehr als 30% der tunesischen Frauen berufstätig, mehr als die Hälfte aller Studierenden in Tunesien sind weiblich. Die Entwicklung eines Landes, das in vielen Bereichen Nachholbedarf hat, hängt schließlich immer auch mit dem Bildungsstand der vorhandenen Arbeitskräfte zusammen. Da kann es nur von Vorteil sein, wenn man den Frauen im Lande Wissen vermittelt und eine bestmögliche Ausbildung garantiert.
Wirtschaftsfaktor Frau
Ein nicht zu unterschätzender Aspekt der Lage der Frauen ist, dass diese schließlich auch Arbeitskräfte sind und somit einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor darstellen. Ob es Gleichberechtigung bedeutet, wenn Frauen neben dem Haushalt und der Kindererziehung auch noch einen Job ausüben müssen, damit die eigene Familie über die Runden kommt, sei dahingestellt, ohne Zweifel ist es aber aus Sicht der Frauen begrüßenswert, überhaupt die Möglichkeit dazu zu haben, eine Arbeit ergreifen zu können. Und aus Sicht der Volkswirtschaft ist es begrüßenswert, wenn die Frauen und somit in aller Regel 50% der Bevölkerung, dabei mithelfen können, ein Land wirtschaftlich nach vorne zu bringen. Sicher auch ein Grund, warum es in vielen anderen arabisch-islamisch geprägten Ländern nicht so vorwärts geht, wie man sich das wünschte — sofern in dem jeweiligen Land keine Rohstoffe wie Öl in rauen Mengen vorhanden sind.
Eine weitere Angelegenheit, die sehr unmittelbar mit den Rechten der Frauen zu tun hat, ist für Tunesien ebenfalls bemerkenswert: Polygamie ist in Tunesien verboten, ebenfalls als einzigem Land der arabischen Welt.
Natürlich darf nicht verschwiegen werden, dass die Lage der Frauen in Tunesien weiterer Verbesserung bedarf. Dennoch stellt das Land einen Vorreiter in der Frage der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau dar — und so wäre es wünschenswert, wenn sich andere Länder in dieser Frage tatsächlich an Tunesien orientieren würden.
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Schlagworte: Arabische Welt, Ausbildung, Gleichberechtigung, Leila Ben Ali, Staatspräsident, Studium, Wirtschaft, Zine El Abidine Ben Ali




