Nach der Wahl: Aufruhr in der Elfenbeinküste
4. Dezember 2010| Tweet |
Was eigentlich ein gutes Unterfangen sein sollte, freie Wahlen nämlich, hat in der Elfenbeinküste zu besorgniserregenden Maßnahmen geführt. Die Opposition gewann diese Wahl, doch plötzlich riegelt das Militär die Grenzen ab — und das ohne stichhaltige Begründung. Außerdem wird wohl der Empfang von ausländischen Medien unterbrochen oder gestört. Die verlierende Regierungspartei will die Niederlage bei den Wahlen nicht akzeptieren.
Im Anschluss an die Wahl vom Sonntag hatte es blutige Zusammenstöße in den Städten der Elfenbeinküste zwischen den Anhängern der politischen Gegner gegeben. Dabei kamen auch Menschen zu Tode. Eigentlich hätte das endgültige Ergebnis bis Mittwoch veröffentlicht sein müssen, dazu kam es aber nicht.
Heute dann die nächste Eskalationsstufe. Der alte Präsident Laurent Gbago hat sich auch als neuer Präsident der Elfenbeinküste für fünf weitere Jahre Amtszeit vereidigen lassen, dabei sehen nicht nur die EU und die USA die Opposition als Wahlsieger. Sein Gegenspieler Alassane Ouattara will sich nun ebenfalls in einem Hotel in der Elfenbeinküste als Präsident vereidigen lassen.
Die Elfenbeinküste kommt nach ihrem im Jahr 2003 beendeten Bürgerkrieg offensichtlich nicht zur Ruhe. Die Wahl sollte eigentlich ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer sicheren und befriedeten Elfenbeinküste sein — allem Anschein nach ist leider das Gegenteil der Fall.
Das könnte auch interessieren:
» Mali: Proteste gegen Übergangsregierung
» Mit Ben Stiller: "Madagascar 3" feiert Premiere in Cannes
» Wie verhält man sich im Restaurant in Südafrika?
» Suaheli Online-Wörterbuch
» Angola: Die größte Ölplattform der Welt
Schlagworte: Alassane Ouattara, Bürgerkrieg, Elfenbeinküste, EU, Laurent Gbago, USA, Vereidigung, Wahlen



