African Film Library
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African Film Library

30. November 2010

Screenshot African Film Library

Screenshot African Film Library

Natürlich gibt es endlos viele Filme aus Afrika, nicht nur — da wird man schnell in die Irre geführt — aus Nollywood in Nigeria. Bei so umfassendem Angebot fällt die Übersicht schon mal schwer. Weshalb eine Webseite, die beim Sortieren und Durchkämmen der Möglichkeiten zur Seite steht, schon ganz schön schick ist. Noch dazu, wenn sie optisch so ansprechend aufgemacht ist (siehe links), wie die Seite African Film Library, Link weiter unten. Vertieft man sich in das Angebot, dass die African Film Library online für seine Besucher bereit hält, ist man schnell erstaunt, wie umfangreich das Angebot an Filmen ist, die in diese Bibliothek mit dem Thema Afrika passen.

Ein paar der Highlights der Werke in der African Film Library wollen wir hier kurz vorstellen:

Lumumba

Ein Film über den ersten Präsidenten der unabhängigen Demokratischen Republik Kongo, Patrice Lumumba, der nach der Verkündung der formalen Unabhängigkeit 1960 gerade einmal 2 Monate im Amt blieb. Danach wurde er verschleppt, woran auch europäische und amerikanische Kräfte nicht ganz unbeteiligt gewesen sein sollen. Lumumbas Schicksal schwebt noch heute wie ein Mahnmal über ganz Afrika, wenn zwar auf dem Papier Unabhängigkeit versprochen wird, de facto aber Macht und Einfluss von außen ungebrochen bleiben. Der Film nähert sich dem Thema im Dokudrama-Stil. Eine Perle des afrikanischen Films, zumal sein Regisseur Raoul Peck selbst im Kongo aufwuchs.

Hyänen

Dieses zweite Beispiel afrikanischer Filmkultur, von Djibril Diop Mambety aus dem Senegal, erzählt die Geschichte einer Frau, die als extrem reiche Frau lange Zeit nach ihrem Weggang aus einem kleinen Dorf dorthin zurückkehrt. Weil sie in jungen Jahren von einem Mann geschwängert wurde, der dies stets leugnete, will sie nun Rache und bietet ein extrem hohes Kopfgeld auf diesen Mann. Zunächst können die Dorfbewohner widerstehen, die sich empört doch “nicht als Wilde” verstehen. Im Laufe des Films bröckelt die starre Ablehnung. Eine geschickt gedrehte Geschichte über Macht und Einfluss, über Konsum und Kapitalismus. Das Ende des Films bietet eine zynische Auflösung des Handlungsbogens.

Halfaouine

Ein tunesischer Film von 1990, der in einem Stadtteil von Tunis, nämlich Halfaouine spielt. Er zeichnet ein interessantes Bild der komplizierten Welten in Tunesien, die sich bei den Begegnungen von Mann und Frau auftun. Der Protagonist steht an der Schwelle der Pubertät, doch so einfach wie in Europa ist das Flirten und Kennenlernen von Frauen in Tunesien nicht. Dennoch zeichnet der Film, der als einer der bekanntesten aus Afrika gilt, ein positives, glückliches Bild vom Leben in Tunesien. Neben der schönen Filmmusik wird auch die gut inszenierte Darstellung des Tunis von 1990, seiner verschiedenen Stadtteile und der Menschen darin von der Kritik gelobt.

Weitere Highlights findet jeder beim Besuch der Seite selbst. Die Betreiber der Seite African Film Library erwähnen dort, dass sie einerseits ein Schaufenster für die besten der besten Filme aus Afrika bieten wollen, und gleichzeitig genau diese Filme für seine Besucher leicht zugänglich halten. Den wenigsten ist bekannt, dass die afrikanische Filmindustrie bereits seit 1924 existiert, seit ihrem Frühwerk “The Girl from Carthage”, gedreht in Tunesien von Chemama Chikly.

Bei einzelnen Filmen kann man sich die Trailer der Filme übrigens direkt auf der Seite selbst ansehen.

Zum Stöbern, aber auch zum Überrraschtwerden, welche Themenbereiche alle abgedeckt werden, eignet sich dieses Online-Archiv also hervorragend:

Fehlt nur noch der Link zur Online-Bibliothek — African Film Library.


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1 Kommentar »

  1. [...] in Kenia Hatten wir gerade erst von afrikanischen Filmen berichtet, die in die Welt hinaus bekannt werden, schließt sich heute ein deutscher Regisseur auf umgekehrtem Wege an, der seinerseits gerne in [...]

    Pingback by “Slum Boy” von Tom Tykwer läuft an | Touring-Afrika: Afrika Blog — 2. Dezember 2010 @ 09:01

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