Wissenswertes über Eritrea
27. November 2010| Tweet |
Heute blicken wir auf das relativ kleine ostafrikanische Land Eritrea, das erst seit 1993 von seinen Okkupatoren aus Äthiopien wieder in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Wenig ist hierzulande über diesen Staat bekannt, weshalb wir eine lose Faktensammlung zum Wochenende präsentieren. Religion, Politik, Geld und ein paar Kennzahlen zum Land, es ist alles dabei. Dass keine Frage offen bleibt, wäre aber zu vermessen zu behaupten. Beginnen wir mit der Hauptstadt von Eritrea:
- Die Hauptstadt Asmara ist gleichzeitig die größte Stadt in Eritrea
- Amts und Verkehrssprache in Eritrea sin Tigrinya, Arabisch und Englisch. 9 weitere Sprachen werden zusätzlich gesprochen.
- Die größten ethnischen Gruppen stellen die Tigrinya, die Tigre und die Kunama, es gibt aber viele weitere ethnische Minderheiten
- Die Regierung in Eritrea gibt an, dass 50% der Bevölkerung Muslime und 50% Christen seien. (Quelle: Auswärtiges Amt)
- Die Währung von Eritrea heißt Nakfa
- Einst waren Gebiete Eritreas Teil des Osmanischen Reiches, dieser Zustand dauerte über 3 Jahrhunderte an
- Danach war Eritrea eine italienische Kolonie
- Im 2. Weltkrieg vertrieben britische Soldaten die Italiener, so dass das Land unter UN-Mandat kam, dies dauerte bis 1951 an
- 1951 wurde das unabhängige Eritrea formell gegründet
- Doch 1962 annektierte Äthiopien Eritrea
- Erst 1993 wurde es wieder unabhängig von Äthiopien
- Der höchste Punkt in Eritrea liegt bei 3.018 Metern und ist der Soira
- Die Hafenstadt Adulis wurde im Jahr 600 v. Chr. von den Griechen gegründet
- Der Islam hielt im Jahr 600 n. Chr. Einzug in Eritrea
- Der 1890 eröffnete Suezkanal ermöglicht einen viel schnelleren Zugang zu Eritrea vom Mittelmeer aus
- Eritrea ist gemäß Verfassung von 1997 eine präsidiale Republik
Update: Ein paar Fakten wurden korrigiert. Siehe in den Kommentaren unten. Vielen herzlichen Dank für die Hinweise!
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Schlagworte: Asmara, Christentum, Eritrea, Großbritannien, Islam, Republik, Soira, Suezkanal, Unabhängigkeit




Sollte nicht auch in einer so kurzen Faktensammlung über Eritrea zumindestens kurz erwähnt werden, dass in diesem tatsächlich wunderschönen Land im Moment eine der schlimmsten Diktaturen der Erde herrscht?
- Seit 1993 ist Eritrea unabhängig, 1997 wurde eine demokratische Verfassung verabschiedet – diese ist jedoch noch immer nicht in Kraft getreten und es haben seitdem auch keine Wahlen mehr stattgefunden
- In 2001 wurde eine Gruppe von führenden Politikern inhaftiert, weil sie die politische Situation kritisiert hatten; diese Personsn bleiben bis heute Verschwunden
- Politische Oppositionelle sowie evegelikanische Christen werden in Eritrea verfolgt, werden ermordet oder verschwinden
- Nach dem Jahresbericht von Reporter ohne Grenzen ist Eritrea das Land mit der geringsten Pressefreiheit auf der ganzen Erde, noch hinter Nordkorea
- Frauen und Männer müssen in Eritrea für viele Jahre Militärdienst leisten; dabei kommt es zu regelmäßig zu sexuellen Übergriffen
Diese Liste kann man noch lange fortführen. Natürlich ist Eritrea ein wunderschönes Land, indem es noch nicht viel Tourismus gibt; trotzdem kann ich nicht nachvollziehen, dass man die politische Situation nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt.
MfG
Stop Political Oppression Today (SPOT) Organization
Kommentar by Free Eritrea — 30. November 2010 @ 17:09
Oh, ganz basal auf Ihre Eingangsfrage geantwortet:
Ja! Sollte es!
Und Danke für die ganzen weiteren Informationen.
Wir waren uns einerseits nicht ganz im Klaren darüber, dass die Lage in Eritrea eine der schlimmsten nicht nur in Afrika, sondern auf der ganzen Welt ist. Da mangelte es uns ganz sicher an weiterführender Recherche.
Auf der anderen Seite sind die Verhältnisse in jedem Land in Afrika, ob nun wirtschaftlich, politisch oder rechtlich (wobei das alles meist Hand in Hand geht) fast durchgängig so schlecht wie nirgends sonst auf der Welt (Ausnahmen bestätigen die Regel). Weshalb eigentlich zu jedem Beitrag hier, der sich explizit mit einem konkreten Land Afrikas beschäftigt, auch all diese fürchterlichen und unmenschlichen Bedingungen erwähnt werden müssten.
Und wir haben das Gefühl, gerade da wir uns täglich mit Afrika beschäftigen, dass das Netz voll ist damit, wie schlimm es um Afrika bestellt ist, es wimmelt nur so vor schlechten Nachrichten und Katastrophenhilfeleistungen und Spendenaufrufen. Weshalb wir schon das Augenmerk ein wenig mehr auf die positiven Dinge lenken wollen, welche die Länder in Afrika auch zu bieten haben. Dabei wollen wir aber weder Geschichts- noch Realitätsklitterung betreiben: Auch unsere Augen bleiben offen für das, was tatsächlich passiert. Deshalb noch einmal Danke für diese wichtige Erweiterung der Liste.
Kommentar by Frank — 1. Dezember 2010 @ 01:46
Hallo,
einige sachliche Korrekturen: Eritrea hat 9 offizielle Amtssprachen; die verbreiteste und im Behördenumgang üblicherweise verwendete Sprache ist Tigrinya.
Die zweitgrößte religiöse Gruppe in Eritrea mit ca. 40% der Bevölkerung sind die Muslime, erst mit großem Abstand folgt die römisch-katholische Kirche. Außer diesen drei Religionsgemeinschaften sind alle weiteren verboten.
Eritrea gehörte selbstverständlich nicht zum ottomanischen sondern zum osmanischen Reich (sind ja nur ein paar 1000 Kilometer und ca. 100o Jahre Unterschied).
Kommentar by Eritreakenner — 1. Dezember 2010 @ 15:38
Vielen Dank für die Hinweise.
Einige Dinge haben wir nochmals geprüft und korrigiert – wir hoffen nun, dass die Liste bzw. die Fakten wirklich korrekt sind.
Weitere Kommentare und Hinweise sind selbstverständlich willkommen!
Kommentar by Johannes — 1. Dezember 2010 @ 18:53
Ein geschichtlicher Fakt sollte noch genannt werden, weil er maßgeblich für mindetens die Hälfte der Bevölkerung Eritreas – va im Hochland – und mich ist:
das aksumitische Reich, das erste christliche Großreich der Welt, lag in Eritrea UND Äthiopien. Die Geschichte der orthodoxen Kirche Eritreas ist so gut wie identisch mit der der äthiopischen Kirche. Somit fängt die belegte Geschichte Eritreas etwa 180-300 v. Chr. an.
Weshalb dieser Punkt oft nicht angegeben wird, hat wohl mehr mit gewissen politischen Intentionen in der Geschichtsrevision zu tuen, die sich leider schon in Wikipedia niedergeschlagen haben. Darum soll das kein Vorwurf an Euch sein, sondern der Aufwertung eurer Seite und Eritreas dienlich sein
.
Kommentar by markos — 28. März 2011 @ 04:58