Tourismus in Tunesien
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Tourismus in Tunesien

18. November 2010

Das touristische Potenzial von Tunesien ist nicht nur im innerafrikanischen, sondern auch im weltweiten Vergleich angesichts der relativ geringen Größe des Landes enorm. Die 1.300 Kilometer des Küstenverlaufs bestehen fast ausschließlich aus Sandstrand, welcher natürlich für den gemeinen Sommer-Urlauber von Interesse ist (obwohl die Temperaturen im Hochsommer in Tunesien eher Reisen zu anderen Terminen sinnvoll erscheinen lassen) und Tunesien zu einem Urlaubsparadies ganz im klassischen Sinne macht.

Dazu kommt anders als beispielsweise auf Mallorca aber noch ein umfassender vor allem historisch-kultureller Bereich, den die wenigsten Länder in diesem Umfang bieten können. Von Karthago bis zu den Punischen Kriegen, von der französischen Kolonialisierung bis zur Islamisierung, einhergehend mit größerem Einfluss der arabischen Welt, bietet Tunesien reichhaltige Schätze auch für jene, die mehr im Sinn haben, als sich nur am Strand in der Sonne zu aalen.

Dementsprechend sind auch die Zahlen des tunesischen Tourismus beeindruckend. Seit 1970 wird der Einfluss dieser Branche auf das Bruttoinlandprodukts von Tunesien immer größer. Waren es 1971 noch nur 41.000 Betten, die im gesamten Land für Reisende zur Verfügung standen, sind es nun 230.000 Betten und somit das Fünffache der Ursprungszahl. 13,7% macht der Tourismus mittlerweile am Bruttoinlandsprodukt aus.

Zahl der Betten verfünffacht seit 1970

Die Hochburgen des Tourismus sind die Küstenstädte wie Hammamet (wohl jedem Deutschen ein Begriff), Nabeul, Port El-Kantaoui, Monastir und Mahdia, sowie die ebenfalls zu trauriger Berühmtheit gekommene Insel Djerba, auf der 2002 ein Anschlag zu sechs deutschen Toten und insgesamt 21 Toten führte. Dies tat dem Tourismus in Tunesien aber keinen merklichen Abbruch, anders als wahrscheinlich von den Terroristen gewünscht.

Neben den oben aufgeführten Zielen für einen Strandurlaub bietet Tunesien mit den Ruinen von Karthago aber eben auch etwas für den kulturell und historisch interessierten Liebhaber. Zudem offeriert die weite Wüste Sahara faszinierende Naturschauspiele und auch Möglichkeiten, seine eigenen physischen Grenzen auszutesten. Geführte Touren durch die Sahara reduzieren das Risiko, hierbei größeren Unbill zu begegnen. Und dann ist da natürlich noch die Hauptstadt Tunesiens, Tunis, mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten.

Der Großteil der Touristen, die nach Tunesien reisen, stammt aus Europa, nämlich etwa 50% aller Touristen in Tunesien. Doch auch aus den angrenzenden Staaten Algerien und Libyen finden immer wieder Interessierte und Urlaubswillige den Weg ins vergleichsweise kleine Land am Mittelmeer.

Um eine Zahl zur Hand zur haben, seien die 1 Million Menschen genannt, welche noch 2001 aus Deutschland jährlich nach Tunesien reisten, um dort Urlaub zu machen. Dies wird nicht allein durch Mund-zu-Mund-Propaganda erreicht. Der tunesische Staat bzw. der Tourismussektor betreibt intensive Werbung in Europa und natürlich ganz besonders im finanzstarken Deutschland. Offensichtlich bleibt dies nicht ohne Wirkung, ist aber auch nötig, da Tunesien mit fallenden Besucherzahlen aus Deutschland zu kämpfen hat. Die großen Konkurrenten für Reisen in diese (klimatischen) Regionen wie Ägypten, Marokko oder die Türkei verzeichnen da wesentlich bessere Zahlen.

Zahl der Reisenden aus Deutschland sinkt bei großer Konkurrenz

Dennoch kamen 2007 fast 7 Millionen Touristen ins Land, die für 3 Milliarden US-Dollar an Einnahmen sorgten. Ein gewichtiger Faktor, der zur Stabilität in Tunesien, das seit langer Zeit relativ frei von Unruhen ist, beiträgt.

Wer weitere Informationen über das Land und vor allem die touristischen Highlights sucht, wird auf der deutschen Webseite des tunesischen Fremdenverkehrsamts fündig: http://www.tunesien.info/.

Neben vielen Texten über die interessanten Ziele in Tunesien bietet die Seite auch die Möglichkeit, Broschüren zur Ansicht nach Hause zu bestellen, wenn man eine Reise ins sehenswerte Tunesien plant — oder erst einmal abschätzen will, ob sich eine solche lohnt.


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