Der Tschad-See ist in Gefahr
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Der Tschad-See ist in Gefahr

15. November 2010

Viele Seen in Afrika sind bedroht

Viele Seen in Afrika sind bedroht

Ursprünglich war der Tschad-See der größte Süßwasser-See in ganz Afrika. Mittlerweile ist er in seiner gesamten Existenz bedroht. Die Ursachen sind wie immer vielfältig und wie ebenfalls fast immer zum Teil auch menschen-gemacht. Von 1950 bis heute ist seine Größe um 95% geschrumpft. Einst umfasste er etwa 30.000 Quadratkilometer. Der ursprüngliche Größenverlust war kaum auf den Menschen zurückzuführen. Lang anhaltende Dürreperioden ließen ihn um etwa ein Drittel seiner Gesamtfläche schrumpfen, in der Folgezeit, ab den späten 1970er Jahren stieg dann der Bewässerungsbedarf der angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen derart drastisch an, dass er sich immer weiter verkleinerte. Um insgesamt das Vierfache wuchs die Wassernutzung, die sich aus dem Tschad-See speiste, woraufhin der See noch einmal fast 50% seiner damaligen Größe einbüßte.

Klimawandel und Bewässerung machen dem Tschad-See das Leben schwer

Seine Lage mitten in der Sahel-Zone tut ihr Übriges dazu, dass sich der See von den derzeitigen Umständen nicht erholt. Anrainerstaaten sind der Tschad, wie der Name schon sagt, Kamerun, Nigeria und Niger. Wegen seiner geringen Tiefe, an den Maxima lediglich sieben Meter, hatte der Tschad-See schon immer mit stark schwankenden Wasserständen zu kämpfen, weil sich in dieser Region Regen- und Trockenzeit abwechseln. Seine jetzige, geringe Größe von nur noch etwa 1.500 Quadratkilometern ist dazu weiterhin im Bestand gefährdet, denn die Wasserentnahmen zum Zwecke der Bewässerung von Anbauflächen hat nicht abgenommen, sondern steigt trotz der Gefährdung des Sees weiterhin an. Seine Zuflüsse bringen ebenfalls nicht mehr so viel Wasser heran wie es einst der Fall war.

Neben der vom Menschen verursachten Wasserentnahme ist somit auch der Klimawandel und die generelle Umwandlung von großen Regionen in Wüstenflächen eine Ursache für diese negative Entwicklung des Tschad-Sees. Und dass der Mensch an den Klimaveränderungen mitschuldig ist, das bestreiten nur noch ganz wenige unter den Klima-Forschern.

Keine gute Aussichten für die weitere Entwicklung des Tschad-Sees.

Creative Commons License photo credit: neiljs


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