Das größte Radioteleskop der Welt
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Das größte Radioteleskop der Welt

8. November 2010

Sieht spacig aus, wird es dann auch sein

Sieht spacig aus, wird es dann auch sein

Es steht noch gar nicht, aber es ist in Planung. Nach längeren Überlegungen bleiben zur Zeit nur noch zwei mögliche Standorte über für das dann größte Radioteleskop der Welt: Australien oder Südafrika. SKA heißt es, was die Abkürzung für Square Kilometer Array ist, womit auch schon die Ausmaße dieses aus vielen kleinen Teleskopen bestehenden Gesamtwerks andeutet: bis zu 3.000 Kilometer sollen einzelne von einem Zentrum entfernt sein.

Eine wichtige Voraussetzung für das Funktionieren dieses Teleskops, das bis zu 50x mehr Frequenzen abdecken können soll als alle bislang gebauten Teleskope, ist die (relative) Abwesenheit von vom Menschen gemachten Radiostrahlen. Dafür muss das Gebiet unbewohnt sein, und über derartige Flächen verfügt nicht nur Australien reichlich, sondern auch Südafrika. Mit 1.200.000 Quadratkilometern Fläche ist Südafrika schließlich drei Mal so groß wie die Bundesrepublik, hat aber nur etwa halb so viele Einwohner.

Riesige Netze an Teleskopen geplant

Gebaut werden soll ab 2013, einsatzfähig wäre das Square Kilometer Array dann wohl 2017, doch ob es nun Australien oder Südafrika als Standort wird, wird erst 2011 oder 2012 entschieden. Insgesamt 19 Länder beteiligen sich an der Finanzierung dieses Baus, der ungefähr 1,5 Milliarden Euro verschlingen wird. Dass der Bauort auf der Südhalbkugel liegen muss, ist aufgrund der geringeren Einflüsse des Menschen auf der Südhalbkugel ohnehin schon klar.

Beide potenziellen Standorte reklamieren gewichtige Gründe für sich. So legt Südafrikas Präsident Jacob Zuma mal eben 180 Millionen Euro Selbstbeteiligung auf den Tisch, um das Projekt und natürlich damit verbundene Arbeitsplätze sowie Prestige nach Südafrika zu holen.

Australien kontert mit vergleichsweise läppischen 33 Millionen Euro, wirft aber die große Erfahrung beim Umgang mit Teleskopen in die Waagschale, welche Südafrika nicht vorweisen kann. Allerdings hat Südafrika ein Argument auf seiner Seite, welches möglicherweise den Ausschlag für eine Vergabe des Square Kilometer Arrays ans Kap der Guten Hoffnung geben könnte: Mit diesem Projekt würde das durchaus immer noch förderungswürdige Südafrika vom Rest der Welt unterstützt.

Nur noch zwei Bewerber: Australien und Südafrika

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse allein sind für jene, welche schließlich über den Standort entscheiden, vielleicht nicht so reizvoll wie damit werben zu können, dem Staat ganz im Süden Afrikas erneut unter die Arme gegriffen zu haben.

Und in den Ausführungen dazu, was das Riesenprojekt später alles wird leisten können, wollen wir uns auch nicht verlieren, sind wir doch keine Astronomen. So soll die allgemeine Relativitätstheorie weiter getestet werden, dunkle Materie und dunkle Energie aufgespürt werden, die ältesten Schwarzen Löcher des Universums vermessen werden und nicht zuletzt hofft man auch auf ein paar weitere Zufallstreffer. Denn viele Entdeckungen, so die Betreiber des Projekts, hätte die Menschheit auf eher zufälligem Wege gemacht.

Eine eigene Webseite hat das Projekt selbstredend auch schon, wo sich der geneigte Leser umfassender über die genauen Vorzüge und Eigenschaften dieses dann größten Radioteleskops der Menschheit informieren kann. Uns interessiert eigentlich eher, ob das Projekt nun nach Südafrika kommt und Südafrika damit auch in diesem Bereich eine weitere Attraktion ermöglicht, oder ob die zufälligen Erkenntnisse der Menschheit doch eher von Australien aus gemacht werden werden.

Zur Webseite des skatelescope.

Creative Commons License photo credit: mmechtley


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