Der wirtschaftliche Aufschwung in Marokko, Tunesien und Algerien
5. November 2010| Tweet |
Dies geschieht immer häufiger, eine Entwicklung deren Leidtragende jene Arbeiter in vielen osteuropäischen Ländern sind, die nun nicht mehr die billigsten mit ausreichender Zuverlässigkeit versehenen Arbeitskräfte darstellen.
Maghreb als eine der neuen Boom-Regionen
Reihenweise werden nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in Tschechien, Polen oder Rumänien eröffnete Standorte von westlichen Firmen geschlossen, um die Produktion nach Nordafrika zu verlagern. Das gilt für alle denkbaren Branchen, von der Energiebranche über Banken bis zu Zementwerken: Sie alle wollen von den niedrigen Löhnen in Marokko, Tunesien und Algerien profitieren.
Im Osten Europas verdient ein normaler Arbeiter zwischen drei und sechs Euro pro Stunde. In Tunesien zahlen die Firmen nicht mal zwei Euro pro Stunde. Globalisierung, ein Problem für jene Menschen im Osten, sie könnten davon profitieren und wengistens für ihre Verhältnisse bescheidenen Wohlstand erlangen.
Am besten von den drei interessanten Nationen ist Tunesien aufgestellt. Schon will es sich als “Hochtechnologieland” etablieren. Die Investitionen aus dem Ausland haben sich trotz der Finanzkrise kaum verringert und so prosperiert das kleine Land am nördlichsten Zipfel Afrikas. In Tunesien sind zur Zeit schon mehr als 2.500 internationale Unternehmen ansässig, die bislang 270.000 Menschen Arbeit geben.
Tunesien liegt noch vor Marokko und Algerien
Marokko hingegen ist insbesondere für Spanien und Frankreich ein interessanter Partner für Investitionen. Da sich das Land immer weiter für Einflüsse aus dem Westen öffnet, hoffen die beiden EU-Länder auf einen wachsenden Inlandsmarkt. Auch Marokko selbst hat natürlich ein Interesse daran, dass im Land investiert wird, weshalb den Interessenten besonders gute Angebote gemacht werden.
Algerien, traditionell mit umfangreichen Erdöl- und Erdgasvorkommen ausgestattet, lebt hauptsächlich von diesen. 98% der Exporteinnahmen werden damit erzielt, was allerdings auch zeigt, wie unterentwickelt die restliche Wirtschaft in Algerien ist. Nun soll dem entgegengewirkt werden, auch, indem die Infrastruktur im Land ausgebaut werden soll — mit eigenen, nicht mit fremden Mitteln. Algerien, ohnehin schon die drittgrößte Volkswirtschaft im Land, darf nicht zuletzt wegen dieser Maßnahmen mit weiterem ständigen und hohem Wachstum rechnen.
Wie alle drei Staaten vor einer zumindest besseren Zukunft zu stehen scheinen. Alle drei Länder verfügen noch über dreistellige Arbeitslosenquoten: da ist zunächst mal jeder Job besser als keiner. Den Aufschwung hier bezahlen müssen aber andere. Das sind die Menschen in Osteuropa, die wegen der Verlagerungen der Produktion ihren Job verlieren.
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Schlagworte: Arbeiter, Aufschwung, Erdgas, Erdöl, Infrastruktur, Nordafrika, Stundenlohn, Wirtschaft




