Der Schnee-Leopard
3. November 2010| Tweet |
Er studierte in England, in Milton Keynes, wo es ähnlich wie in Deutschland zum Beispiel in Bottrop und in Neuss eine Skihalle gibt, mit künstlichem Schnee und mit künstlich niedrig gehaltenen Temperaturen. Dort, in dieser Skihalle, arbeitete er zunächst an der Rezeption, um dann schon alsbald auf den Geschmack zu kommen und selber zu fahren. Natürlich hatte er keinerlei Erfahrung, in Ghana gibt es – anders als in Südafrika oder Lesotho – keinen Schnee, auch nicht im Winter.
Schließlich wurde er besser und besser, wenn auch nicht so gut wie die Weltspitze im Skifahren. Dennoch ist Olympia ja immer auch eine Bühne für Amateure aus aller Herren Länder, man denke nur an den Skispringer Eddy the Eagle aus ebenfalls Großbritannien. Der plumpste regelmäßig nach nur der Hälfte der Distanz seiner Kollegen auf den Boden, gewann damit aber die Herzen der Zuschauer, denn er war, das immerhin, Sportler durch und durch.
So qualifizierte sich auch Kwame Nkrumah Acheampong dann für die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 und nahm im Riesenslalom und im Slalom teil, obwohl er erst vor ein paar Jahren mit dem Skifahren begonnen hatte. Eine Medaille sprang natürlich nicht dabei raus, aber in die Annalen des Olympischen Wintersports ging er trotzdem ein: als erster alpiner Skifahrer aus Ghana bei Olympia. Einen Spitznamen verpassten ihm die Medien auch noch: Der Schnee-Leopard.
Ob er 2014 in Russland wieder teilnehmen wird, ist noch offen …
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