Die Sodis-Methode: Chance für ganz Afrika?
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Die Sodis-Methode: Chance für ganz Afrika?

22. Oktober 2010

Die Webseite von Sodis

Die Webseite von Sodis

Wer aufmerksam die Beiträge auf touring-afrika.de liest, was sicher nicht alle tun, klar, der wird wissen, dass die Qualität des Leitungswassers in vielen afrikanischen Staaten ein so großes Problem ist, dass selbst das Auswärtige Amt vom Konsum dieses Leitungswassers — sofern überhaupt vorhanden — abrät. In den weitergehenden Hinweisen, um das Risiko einer Darmerkrankung oder gar von Cholera möglichst gering zu halten, wird empfohlen, nur Wasser aus gekauften, versiegelten Flaschen zu verwenden, und das sogar dann, wenn man damit lediglich das eigene Geschirr spülen möchte.

Es erscheint fast logisch, dass sich die meisten Bürgerinnen und Bürger dieser Staaten ein solches, für Europäer oft billiges, für sie selbst teures Trinkwasser nicht leisten können, wenn es in vielen Fällen nicht mal für das allernötigste reicht. Und jetzt kommt die Firma Sodis mit ihrer neuen Methode der Trinkwasseraufbereitung ins Spiel:

Es klingt schon fast zu schön, um wahr zu sein. Denn Sodis hat eine Methode entwickelt, mittels derer auch die Bewohner der ärmeren Regionen Afrikas zu gesundheitlich unbedenklichem Trinkwasser kommen. Die Methode ist so einfach wie genial. Das Wasser muss in PET-Flaschen abgefüllt werden und dann 6h lang dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Die im Sonnenlicht enthaltenen UV-Strahlen töten die eventuell vorhandenen Bakterien und Viren.

Wie Kunststoff Leben retten kann

Natürlich kann man auf diese Weise kein Krankenhaus mit qualitativ gutem Trinkwasser versorgen. Aber eben Einzelpersonen und so in jedem Fall die Einzelpersonen sich selbst. Und der Aufwand ist schlicht minimal. Zweiflern sei gesagt, dass auch die Verwendung von PET-Flaschen risikolos vonstatten geht und nach wissenschaftlichen Untersuchungen unproblematisch ist.

Das Wasser zur Verwendung nach der Sodis (steht für solar water disinfection)-Methode muss allerdings frei von chemischen Belastungen sein wie Düngemittel oder Ähnlichem. Es sollte somit aus einem nahe gelegenen Brunnen entnommen werden und nicht aus Seen etc., da es schon bei Einsetzen der Sodis-Methode eine gewisse Klarheit besitzen muss. Verdrecktes Wasser lässt sich so nicht reinigen, vielmehr werden eben nur Krankheitserreger abgetötet.

Funktioniert nicht mit grünen und braunen Flaschen

Bemerkenswert ist aber auch noch, dass für die Sodis-Methode weiße PET-Flaschen benötigt werden, denn die braunen und grünen Flaschen absorbieren die zur Reinigung nötigen UV-Strahlen fast vollständig, so dass der gewünschte Effekt ausbleibt. Die verwendeten Flaschen mit durchsichtigem PET sind zwischen 6 und 12 Monate verwendbar, so dass jede einzelne Person nur sehr wenige PET-Flaschen in ihrem Leben benötigt, um sich dennoch wirksam gegen Krankheitserreger zu schützen.

Wie in vielen intelligenten Projekten dieser Art ist allerdings die Verbreitung dieser Methode ein Problem, an dem Sodis arbeitet, welches aber in Afrika nicht ganz so einfach gelöst werden kann. Deshalb benötigt Sodis auch spenden. Dies soll hier allerdings keineswegs ein Spendenaufruf sein, wir sind schlicht begeistert davon, wie simpel manche Lösungen für schwerwiegende Probleme sein können. Und hoffen, dass die Informationen über die Sodis-Methode in möglichst viele afrikanische Hände gelangt.

Hier der Link zu Sodis mit ausführlicheren Informationen und auch Unterrichtsmaterial.


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1 Kommentar »

  1. [...] in Westafrika, über coole Mode und ebenso coole Beats, von innovativer Architektur und ebenso innovativer Problemlösung ist bei den Köthener Narren noch nichts angekommen. Stattdessen: dumpfeste Klischees und noch [...]

    Pingback by Peinlich, peinlich, die Köthener oder: Wie man Karneval in Afrika nicht zelebrieren sollte | Touring-Afrika: Afrika Blog — 16. November 2010 @ 15:01

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