Erste Soap in Marokko
19. Oktober 2010| Tweet |
Das alleine gilt schon als “Zeichen des Aufbruchs” in der Filmszene von Marokko. Erstaunlicherweise erhalten die Produzenten sogar Gelder aus EU-Fördertöpfen in Brüssel. Wenn eine solche Soap dazu beitragen kann, verkrustete Strukturen aufzubrechen und vor allem den Frauen in Marokko dabei zu helfen, ein selbstbestimmteres Leben zu führen, wäre das nur recht und billig. Seit dem Sommer schon wird die Serie montäglich im ganzen Land ausgestrahlt, sogar eine Radioversion gibt es von dieser Serie.
In Frankreich geborener Produzent, mit europäischen Geldern gefördert
Und die Hoffnung, dass sie tatsächlich einen Einfluss auf das kulturelle Leben in Marokko haben könnte, scheint nicht ganz unberechtigt zu sein. Der Macher Nabil Ayouch ist 1969 in Paris geboren. Nun bringt er eine offenere Lebensweise zurück in seine Heimat, handelt die Soap doch von einer jungen Frau, die ungewollt schwanger wird und weil der Vater ihres Kindes sie nicht heiraten will, in ein Heim ziehen muss.
Sie wehrt sich jedoch erfolgreich gegen ihre schlechten Lebensverhältnisse und steht so exemplarisch für viele Schicksale im stark patriarchalisch orientierten Marokko. 30 Folgen sind zunächst geplant, und vielleicht ist dies — ein kleiner — Anfang zu einem auch für Frauen freieren Marokko. Wünschenswert, wenn auf diese Weise das Fernsehen dazu beitragen kann, Themen gesellschaftlich relevant zu machen, die sonst gerne unterdrückt oder verschwiegen werden.
photo credit: Walter Rodriguez
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Schlagworte: Brüssel, EU, Fernsehen, Paris, Patriarchat, Radio, Soap Opera




