Die Folgen des Uran-Abbaus in Niger
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Die Folgen des Uran-Abbaus in Niger

12. Oktober 2010

Verursacht beim Abbau in Niger große Probleme: Radioaktivität

Verursacht beim Abbau in Niger große Probleme: Radioaktivität

Die “Gelbe Gefahr” kennt wohl jeder, mit diesem Ausdruck wurde einst gegen eine vermeintliche Gefahr aus Asien gehetzt. Anti-Kommunistisch motiviert, und nicht unbedingt an den damaligen Realitäten orientiert. Der “gelbe Fluch” ist hingegen eine aktuelle und tatsächliche Gefahr, allerdings für die Menschen im afrikanischen Staat Niger.

Der französische Konzern Areva baut dort Uran ab. Das führt zu Millionen Tonnen von radioaktiven Abfällen, zu dauerhaft verstrahltem Wasser und natürlich auch zu großen gesundheitlichen Problemen für die dort lebende Bevölkerung. Als vor einiger Zeit ein Team von Greenpeace die beiden Uran-Minen in Niger, nämlich in Arlit und Akokan, besuchte, maß es viel zu hohe Strahlungswerte. So schafft sich die vermeintlich sauberer Atomenergie durch eigenes Verschulden schlagkräftige Gegenargumente: denn natürlich wird das hier abgebaute Uran später in Frankreich verwendet. Und auch Deutschland ist daran nicht gänzlich unbeteiligt: der Atomstrom von Avera wird auch nach Deutschland verkauft, es gibt über 5.000 Mitarbeiter der Firma in Deutschland. Wie es Usus geworden ist, tut die Firma auch noch Einiges, um ihren schönen Schein zu wahren und sponsort zum Beispiel die Bundesliga-Mannschaft des 1. FC Nürnberg. Wer hinter den Schein blickt, kann aber nur entsetzt sein:

Denn der Staat und die Bürger im Niger haben nichts davon, dass bei ihnen wertvolle Rohstoffe gewonnen werden. Was man aus den Erdöl liefernden Ländern kennt, dass deren Bürger (teilweise) im Geld schwimmen und unliebsame Arbeiten nur noch von ausländischen Gastarbeitern erledigen lassen, da ist für Niger das Gegenteil der Fall: die Bürger machen die dreckige und äußerst gesundheitsgefährdende Arbeit, haben aber außer vielen Krankheiten und weiterhin schlechten Lebensumständen nichts davon. Niger ist zur Zeit das am wenigsten (!) entwickelte Land der Erde. Was Avera nicht daran hindert, hier gute Geschäfte zu machen und nichts an diesem schlechten Stand der Dinge zu ändern. In den Städten, in denen die Uran-Minen liegen, exisitieren nicht einmal asphaltierte Straßen.

“Bluturan” sorgt im Niger für anhaltende Konflikte

Doch dazu kommen in Niger weitere Probleme: “Bluturan” wird der Rohstoff auch genannt, nach dem Vorbild der “Blutdiamanten“, weil es der im Süden des Landes ansässigen Regierung finanziert, den Konflikt gegen die im Norden lebenden Tuareg weiter zu befeuern. Womit die Regierung verhindern kann, den Tuareg einen Anteil an diesen Geldern auszuzahlen, der ihnen eigentlich zustehen müsste.

Etliche Arbeiter starben bereits aufgrund der Strahlenbelastung beim Heraustrennen des Urans aus dem lehmigen Boden, auch aufgrund der geradezu lächerlichen Sicherheitsvorkehrungen. Noch dazu werden die meisten Arbeiter in Unwissenheit über die Gefahren der Radioaktivität gehalten. Vor dem Tschernobyl-Unglück wussten die meisten nicht einmal, was Radioaktivität überhaupt ist! Inzwischen versuchen kleine Kritiker, die Situation peu a peu zu verbessern, doch was dann tatsächlich geschieht, ist meist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es werden Kontrollen vereinbart, die aber selten zu Konsequenzen führen, die meisten Kritiker, die aus den Orten stammen, in denen Avera in Niger wirkt, sind beruflich selbst abhängig von Avera. Schlechte Voraussetzungen, auch, weil die Regierung kaum Interesse daran hat, diese Kritiker zu unterstützen.

Avera verkauft Atomstrom auch nach Deutschland

Wie bei jedem Konflikt (nicht nur in Afrika) gibt es hier nicht nur schwarz oder weiß: Auch jene Parteien, welche zumindest auf dem Papier die Macht und auch die Aufgabe hätten, die Verhältnisse zu verbessern, profitieren in einer gewissen Weise von den Machenschaften und so bleiben die Verhältnisse stabil. Stabil schlecht allerdings, denn ganz unten in dieser Kette werden weiterhin die ärmsten Bürger des Nigers ausgebeutet und schaffen es gleichzeitig nicht, etwas an den Verhältnissen zu ändern.

Creative Commons License photo credit: break.things


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