Die Moschee Hassan II. in Casablanca
5. Oktober 2010| Tweet |
Die Fläche der Gebetshalle der Hassan-II.-Moschee umfasst 20.000 Quadratmeter und fasst somit etwa 25.000 Menschen zum Gebet. Insgesamt haben auf dem gesamten Gelände der Moschee 105.000 Menschen Platz. Gestaltet wurde das Gebäude vom Franzosen Michel Pinseau. Interessanterweise werden in der Moschee Moderne und Tradition verknüpft. Wie man es aus europäischen Stadien kennt, lässt sich das immerhin 1.100 Tonnen schwere Dach der Moschee öffnen, dieser Vorgang dauert lediglich fünf Minuten. Dazu gilt sie als erdbebensicher und hat eine Fußbodenheizung. Das Gebäude besteht aus 300.000 Kubikmetern Beton.
Dem König war es ein Wunsch, dass die Moschee als Symbol für Offenheit und Wissenschaft stehen solle. Ob dies gelungen ist, sollte jeder Besucher selbst vor Ort entscheiden. Zumindest der erste Aspekt ist allerdings erfüllt, denn die Hassan-II.-Moschee ist eine von nur zwei Moscheen in Marokko, die auch von nicht-muslimischen Menschen betreten und besichtigt werden dürfen. Es wäre allerdings auch aus ökonomischer Sicht eine Sünde, diesen Prachtbau für Touristen nicht zugänglich zu machen. Sie ist täglich außer freitags für Menschen jeglicher Religion zugänglich, jedoch kostet der Zugang Eintritt, für Erwachsene 120 Dirham, für Kinder bis 12 Jahre 30 Dirham, zwischen 13 und 17 Jahren 60 Dirham.
Beim Besuch einer Moschee sollten dabei einige wenige Grundregeln beachtet werden: Diese dürfen nur ohne Schuhe und nur mit langer Bekleidung betreten werden. Kurze Hosen oder kurzärmelige Hemden sowie Blusen scheiden damit als Kleidung der Wahl für den Tag aus, an dem man den Besuch der Hassan-II.-Moschee plant.
Die Moschee ist gleichzeitig auch ein Zentrum für Kunsthandwerk. Mosaike mit geometrischen Mustern, bemalte Decken und feiner Stuck stehen für das handwerkliche Geschick ihrer Erbauer. Der große Gebetssaal wird von 78 Säulen getragen.
Finanziert wurde dieser Super-Bau durch das Volk, da die Moschee als “Geschenk des Volkes an seinen König” apostrophiert wurde. Somit mussten enorme Summen für ihre Erbauung aufgebracht werden, die natürlich über die Steuern das Volk tatsächlich – wenn auch nicht freiwillig – bezahlte. Aufgrund der enormen Summen, die diese Konstruktion verschlang, geriet der König in harsche Kritik, die ihn letztlich aber nicht davon abhielt, diesen Bau errichten zu lassen.
Die Moschee verfügt auch über eine eigene Webseite — http://www.mosqueehassan2.com — die allerdings nur in französischer Version vorliegt. Weder eine englische geschweige denn eine deutsche Version sind vorhanden.
Impressionen von dem beeindruckenden Bau in Casablanca zeigt das folgende gut gemachte Video, in dem auch die vielen Brunnen zu sehen sind, die man auf dem Gelände rund um die Moschee angelegt hat:
Auf der folgenden verlinkten Seite finden sich übrigens weitere Sehenswürdigkeiten in Marokko, zusammengestellt von touring-afrika.de.
photo credit: krebsmaus07
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Schlagworte: Casablanca, Dirham, Hassan-II.-Moschee, König Hassan, Michel Pinseau, Minarett, Touristen





[...] Casablanca – weißes Haus Casablanca ist wegen zweier Ereignisse jedem in unserem Kulturkreis aufgewachsenen Menschen bekannt. Wegen des Films “Casablanca” sowie wegen der Casablanca-Konferenz, auf der sich der amerikanische Präsident Roosevelt und der britische Premier Churchill im Jahr 1943 trafen. Damals geheim, heute fehlt dieses Treffen in keinem Geschichtsbuch. Dazu kommt für den modernen Reisenden die ja erst kürzlich errichtete und hier erwähnte Hassan-II.-Moschee. [...]
Pingback by Alles über Casablanca | Touring-Afrika: Afrika Blog — 9. November 2010 @ 09:01