Schneeballsystem: Betrug in Benin
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Schneeballsystem: Betrug in Benin

30. September 2010

In Deutschland zurecht verboten: Das Schneeballsystem.

In Deutschland zurecht verboten: Das Schneeballsystem.

In Benin hat sich zuletzt ein handfester Skandal ereignet, ein Verbrechen geradezu, welches in seiner Art leider nicht neu ist, gleichzeitig aber in Benin besonders schwere Auswirkungen zeitigt. Die Rede ist von Betrug mittels des schon seit Jahrzehnten als unwirksam bekannten Schneeballsystems. Eine Firma mit Namen ICC Service hatte Zehntausende Beniner Bürger mit falschen Versprechungen dazu bewegt, ihr Geld zu investieren. Die Rede war von Renditen bis zu unglaublichen 200 Prozent — und das in kürzester Zeit.

Da diese Gesellschaft geschickt in beliebte Projekte wie Krankenhäuser investierte, fiel es ihr nicht schwer, auch den Präsidenten von Benin, Thomas Boni Yayi, immer mal wieder bei öffentlichen Auftritten an ihre Seite zu locken. Das förderte natürlich die Gutgläubigkeit all jener, die ohne größere Zweifel ihr Geld gaben.

130.000 Beniner Bürger betroffen

Nun ist es weg, von 15 Millionen US-Dollar ist die Rede, weniger als zehn Prozent sind nach dem Auffliegen seiner Machenschaften noch vorhanden. Die Summe mag nicht allzu hoch klingen, doch liegt das durchschnittliche Bruttosozialprodukt pro Kopf pro Jahr in Benin bei gerade mal 550 Euro — wer da 1.000 oder mehr Euro gegeben hat, ist Ersparnisse von mehreren Jahren losgeworden.

Erstaunlich, dass angesichts der weltweiten Finanzkrise, aber auch der abenteuerlichen Versprechungen der Betrüger niemand vorher hellhörig wurde. Zumal das Schneeballsystem so alt ist wie es Finanzaktionen sind: Schon 1920 hatte ein Italiener damit viele Anleger betrogen.

Nun fordert die Opposition auch den Rücktritt des amtierenden Präsidenten, er habe die Betrüger gedeckt oder zumindest die eigenen Bürger getäuscht. Im normalen Leben ist der Präsident übrigens Bankier …

Creative Commons License photo credit: sparr0


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1 Kommentar »

  1. [...] darf: Welcher Politiker ist das schon, hat sein letzter Skandal doch eine gewisse Dimension. (Wir berichteten vom kriminellen Schneeballsystem aus dem Benin.) 130.000 Menschen waren betroffen, deren Gelder nun vollends verloren sind. Erstaunlicherweise [...]

    Pingback by Unruhen auch in Benin | Touring-Afrika: Afrika Blog — 19. April 2011 @ 09:01

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