Der tragische Tod der Affenforscherin Dian Fossey
28. September 2010| Tweet |
Dian Fossey, eigentlich gelernte Ergotherapeutin, geboren 1932 in San Francisco, arbeitete den größten Teil ihres Lebens in Schwarzafrika als Verhaltensforscherin mit Affen zusammen. 1963 erst hatte sie zum ersten Mal in ihrem Leben Kontakt zu Gorillas gehabt, als sie eigentlich nach Afrika gereist war, um eine Ausgrabungsstätte zu besuchen. 1966 stieg sie, als Konkurrentin der im selben Feld tätigen Jane Goddall, in ein Projekt zur langjährigen Verhaltensforschung an Berggorillas ein. Ein Teil ihrer Aufgabe war es dabei ebenfalls, herauszufinden, wie viele Berggorillas überhaupt in dieser Region noch am Leben seien.
Von den Affen voll akzeptiert
Als sie so im Zuge ihres Projekts den Affen immer näher kam und bei ihnen lebte, zeigte sich, dass die Affen, auch die so genannten “Silberrücken”, somit die männlichen Anführer einer Gruppe, sie voll akzeptierten. Im weiteren Verlauf fand nicht nur Kommunikation zwischen den Affen und Dian Fossey in Form von Anfassen im Gesicht und anderer Körperpartien statt, der Forscherin wurden sogar die Kinder der Affen zur Aufsicht überlassen. Dass sie in ihrer Mitte schlief, stellte schon relativ bald kein Problem mehr dar. Zwar wurde sie in Fachkreisen schnell bekannt, blieb aber lange Zeit aufgrund ihrer fragwürdigen wissenschaftlichen Methoden umstritten.
Mit ruppiger Art viele Feinde gemacht
Ihre Einblicke in das Zusammenleben der Affen, ihre Struktur und ihre allgemeinen Verhaltensweisen waren nichtsdestotrotz beeindruckend, einzigartig und bahnbrechend. Da sie sich stark mit ihren Untersuchungsobjekten identifizierte, versuchte sie alles Denkbare, um die Berggorillas vor Wilderern und anderen Einwirkungen des Menschen zu schützen, baute Fallen ab und kämpfte auch politisch für diese Tiere. Dabei machte sie jedoch häufig den Fehler, zu kolonialistisch gegenüber einheimischen Politikern aufzutreten. Unbeherrscht sei sie oft gewesen und egomanisch.
Tragischer Mord nie völlig aufgeklärt
Im Jahr 1985 wurde sie schließlich mit zerstörtem Schädel in ihrer Hütte gefunden. Der Mord an ihr wurde nie aufgeklärt. Die Mutmaßungen reichen von Wilderern, denen sie ein Dorn im Auge war, bis zu anderen, ihr nahe stehenden Personen als Täter. Die Theorie der Wilderer wird als unwahrscheinlich angesehen, hätten die Wilderer sie doch einfach im Wald erschießen können. In den letzten Minuten ihres Lebens kämpfte Dian Fossey gegen die Täter aber noch um ihr Leben. Sie fand sogar eine Pistole, doch wie es das Schicksal wollte, hatte die zur Verfügung stehende Munition das falsche Kaliber.
Es gilt als wahrscheinlich, dass sie von jenen ermordet wurde, die sie als Hindernis für Tourismus und der Ausnutzung im Zuge der dort lebenden Gorillas sahen. Beigesetzt wurde sie schließlich auf dem Gorillafriedhof in der Nähe ihrer Station.
Bekannt wurde Dian Fossey der weltweiten Öffentlichkeit erst dann, als Ausschnitte ihres Lebens im Film “Gorillas im Nebel” verfilmt wurden, welcher sogar für den Oscar nominiert wurde.
photo credit: glasseyes view
Das könnte auch interessieren:
» Mali: Proteste gegen Übergangsregierung
» Mit Ben Stiller: "Madagascar 3" feiert Premiere in Cannes
» Wie verhält man sich im Restaurant in Südafrika?
» Suaheli Online-Wörterbuch
» Angola: Die größte Ölplattform der Welt
Schlagworte: Berggorilla, Dian Fossey, Gorilla, Gorillas im Nebel, Kongo, Oscar, San Francisco, Silberrücken, Tourismus





[...] Flecken in Uganda die letzten Berggorillas leben. Es existiert auch eine Forschungsstation, die von Dian Fossey gegründet worden ist und zwischen zwei der Vulkane liegt. Forschung am und Unterstützung der [...]
Pingback by Die Virunga-Vulkane in Ostafrika | Touring-Afrika: Afrika Blog — 16. Dezember 2010 @ 10:03