Reisetipp: Wandern auf dem Sinai
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Reisetipp: Wandern auf dem Sinai

24. September 2010

Lohnenswerter Sternenhimme auf dem Sinai

Lohnenswerter Sternenhimme auf dem Sinai

Streng genommen gehört dieses Thema nicht ins Afrika-Blog, denn die ägyptische Halbinsel liegt geographisch gesehen in Asien. Politisch aber ist sie Teil von Ägypten und gehört damit zu Afrika. Und demjenigen, der auf der Suche nach interessanten Reisezielen und Aktivitäten rund um Afrika ist, wird die Tatsache kaum stören, dass Sinai zu Asien zählt.

Denn sehenswert ist die Halbinsel mit ihrer Wüstenlandschaft und den vielen Felsen allemal. Diese Geteinsformationen sind natürlich Jahrtausende alt, und so bekommt man beim Wandern über den Sinai ein gutes Gespür dafür, wie vergänglich die menschliche Existenz ist. An vielen Stellen finden sich Schluchten, die sich von jetzt auf gleich in reißende Ströme verwandeln können, wenn es zu plötzlichen Niederschlägen kommt.

Wer die Landschaft wirklich erkunden will, kommt allerdings mit dem Wandern alleine nicht aus. Angesichts der zerklüfteten Verhältnisse auf dem Sinai kann es so manches Mal nötig werden, auch die Hände beim Klettern zu verwenden. Ebenfalls sehenswert sind die riesigen Sanddünen in dieser Region, die auch oft vom Wind bewegt werden.

Reizvolle Landschaft, reizvolle Bewohner

Der Sinai ist ca. 60.000 Quadratkilometer groß — kein Wunder, dass die meisten Wandertouren mit dem Geländwagen begonnen oder beendet werden, für zwei menschliche Beine doch eine allzu große Fläche. Ganz im Osten des Sinais ist bei klarer Sicht, und das ist fast immer der Fall, ein Blick bis nach Saudi-Arabien möglich.

Zwischen 1967, als die Isrealis das Gebiet im Sechstagekrieg besetzten, und 1982 stand der Sinai unter isrealischer Kontrolle. Seitdem gehört es wieder zu Ägypten. Positive Hinterlassenschaft der isrealischen Besatzungszeit: die vielen asphaltierten Straßen, die die Ägypter nun natürlich weiter nutzen.

Berg Sinai — die Wiege abendländischer Kultur?

Ebenfalls empfehlenswert ist der Kontakt zu den hier lebenden Beduinen und zu ihrer Kultur. Sie ernähren sich von der Viehzucht und gelten trotz ihres eigenwilligen Lebensstils als gastfreundlich, so dass einem gemeinsam getrunkenen Tee nicht allzu viel im Wege stehen dürfte, sofern man auf diese Kontakte zu den Bewohnern der bereisten Region Wert legt.

Für religiös, aber auch natürlich einfach nur historisch Interessierte ist natürlich der Berg Sinai einen Besuch Wert: Hier soll Moses die Zehn Gebote empfangen haben, die die Basis der jüdischen und der christlichen Religion bilden. Etwa 2.300 Meter hoch, dauert es wohl circa 3 Stunden, ihn zu besteigen. Besonders reizvoll soll es sein, sich morgens noch bei Dunkelheit auf den Berg zu begeben und von dort aus den Sonnenaufgang zu bewundern.

Umwerfende Eindrücke vom Sternenhimmel in der Nacht

Apropos Nacht: Für Mitteleuropäer absolut überwältigend sind die Nächte am Sinai, in denen der Himmel so klar ist und die Sterne so nah scheinen, wie man es von zu Hause nicht kennt. Immer wieder berichten Reisende — und das gilt für ganz Afrika, nicht nur für den Sinai — von absolut ehrfurchtgebietenden Eindrücken aus der Nacht. Das sollte man nicht verpassen.

In der Nähe des Berges befindet sich auch ein Kloster: das Katharinenkloster, in dem noch 24 Mönche leben und reichhaltige Kunstschätze besitzen.

Wer mehr Informationen benötigt, findet diese beim ägyptischen Fremdenverkehrsamt.

Creative Commons License photo credit: FourthFloor


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