Tim und Struppi in Afrika
22. September 2010| Tweet |
Der Kultursender arte, eine deutsch-französische Co-Produktion, begibt sich nämlich in fünf verschiedenen Folgen auf die Reise(n), die Tim und Struppi (im Original: “Tintin”) gemacht haben. Und zeigt dabei die Original-Schauplätze, die Hergé nachzeichnete. Dieser reiste übrigens nicht immer selbst, sondern ließ sich häufig nur von Fotobänden über die jeweiligen Regionen inspirieren, war dabei aber bekannt als jemand, der ein besonderes Auge für Details besitzt.
Hergét als Gründer der “ligné claire”
Die von ihm mitgeprägte “ligné claire”, ein Zeichenstil, zeichnet sich dadurch aus, den Gegenständen und Objekten im Bild besonders viele Details zu widmen, während die Personen, insbesondere die Gesichter meist aus nur wenigen, simplen Strichen bestehen. Diese kleine Diskrepanz ist den meisten sicher nicht bewusst, auf sie wird auch nicht explizit in den Folgen eingegangen, zumindest in den zwei bislang gesendeten. Immerhin geht es in den arte-Dokumentationen ohnehin weniger um die Protagnisten der Comics, sondern um die Landschaften und Plätze.
Die ersten zwei Folgen sind schon gesendet, darunter auch jene, in der Tim über Ägypten nach Indien und weiter nach China, nach Shanghai um genau zu sein, reist. Bei den kommenden Folgen ist vor allem die heutige interessant, bei “Die Krabbe mit den goldenen Scheren” geht es schließlich um Marokko. Sendebeginn ist um 19.30h, hier die kleine Übersicht, wie es in den nächsten Tagen weitergeht:
- Mittwoch, 22. September um 19.30 Uhr
Marokko: Die Krabbe mit den goldenen Scheren - Donnerstag, 23. September um 19.30 Uhr
Peru: Der Sonnentempel - Freitag, 24. September um 19.30 Uhr
Nepal: Tim im Tibet
Die Tatsache, dass die ersten beiden Folgen schon gesendet sind, ist aber nicht so schlimm, da man alle 5 Folgen auch termin-unabhängig in der Mediothek von arte nachsehen kann. Hier der Link zur ersten Folge, die “Die Zigarren des Pharao”.
Verzicht auf umstrittene Folge
Die Folge “Tim im Kongo” ist allerdings nicht in den fünf Ausgaben enthalten, und das hat seinen Grund. Der damals noch sehr junge Zeichner Hergé hatte ein äußerst naives Bild von Schwarzafrika, und aus heutiger Sicht muss man sagen: Es wird teilweise zurecht als rassistisch kritisiert. Dazu auch die Welt von 2007 über einen Studenten aus Kongo, der ein Verkaufsverbot für diesen Klassiker in Belgien erreichen wollte. Das Cover von “Tim im Kongo” mit Giraffe lässt schon erahnen, dass die Vorwürfe nicht gänzlich falsch sind.
Jetzt aber erstmal heute Abend viel Spaß mit einer geschickt verwobenen Führung durch die Reiseziele von Tim und Struppi und die jeweiligen Zeichnungen im Heft. Wer noch kein Fan ist, kann es ja hierdurch werden.
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Schlagworte: Belgien, Comic, Hergé, Kongo, ligné claire, Struppi, Tim, Tim und Struppi, Tintin, Zeichenstil





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