Afrikas strategische Partnerschaften
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Afrikas strategische Partnerschaften

10. August 2010

Auch von Indien aus blickt man immer häufiger nach Afrika.

Auch von Indien aus blickt man immer häufiger nach Afrika.

Afrika wird immer interessanter. Für die Reisenden natürlich ohnehin, verbessern sich doch größtenteils die Infrastruktur und die Angebote. In diesem Beitrag aber geht es um das wirtschaftliche oder gerne auch geostrategische Interesse anderer Länder an Afrika. Und dies wird immer größer.

Traditionell waren die afrikanischen Länder wegen der Kolonialzeit eng mit europäischen Nationen verbunden. Vor dem ersten Weltkrieg auch noch Deutschland, danach (und davor natürlich auch) größtenteils Frankreich, Großbritannien und Italien. Wenige Kolonien hatten auch Belgien, Portugal und Spanien. Wie wir gerade erst anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Unabhängigkeit von gleich 17 afrikanischen Staaten erwähnten, sind diese Zeiten aber schon lange vorbei. Die Verbindungen sind natürlich trotzdem geblieben, sowohl kulturell als auch sprachlich (oftmals ist die Sprache der Kolonialherren Amtssprache, und nicht jene der Einwohner) als auch was wirtschaftliche und arbeitskräftebezogenen Austausch und Zuzug angeht.

Inzwischen sind aber neue “Player” auf dem Markt der wirtschaftlichen Interessen in Afrika aufgetaucht:

Nicht allein die USA haben großes Interesse daran, dass die Lage in Somalia nicht dramatischer wird. Teile des Landes werden von Islamisten gehalten, die zuletzt mit schweren Attentaten auf Zivilbevölkerung von sich reden machten und bei denen die Gefahr einer weiteren Ausweitung ihres Wirkungskreises groß ist und abgewiesen werden soll. Dieses eher politische Interesse hat aber wiederum geostrategische Ursachen: denn der gesamte afrikanische Kontinent steckt noch voller Rohstoffe. Da wollen weder die USA noch andere, neue Großmächte zu spät kommen.

Nicht erst seit gestern ist auch China auf die Idee gekommen, dass Afrika aufgrund seiner Größe einen hervorragenden Absatzmarkt darstellt. Im Gegenzug erstellen chinesische Arbeiter in afrikanischen Ländern Teile der benötigten Infrastruktur. Um den bereits eng mit westlichen Ländern verbandelten Staaten in Afrika aus dem Weg zu gehen, forciert China Kontakte zu politisch eher fragwürdigen Ländern wie Simbabwe oder dem Sudan.

Auch Indien mit seiner großen Bevölkerung benötigt immer mehr Rohstoffe, um sein Wachstum voranzutreiben. Indien hat besonders in Südafrika Fuß gefasst. Inzwischen leben sehr viele Inder in Südafrika. Zudem investieren Inder in Mosambik, Madagaskar, Kenia oder Äthiopien.

Neuerdings strebt auch Brasilien zu wirtschaftlicher Größe. Und verstärkt seine Kontakte zu Afrika. Beobachter sprechen schon von einem Wettlauf zwischen Indien, China und Brasilien um die verbliebenen Ressourcen Afrikas.

Dabei bleibt die Europäische Union einer der wichtigsten Handelspartner für Afrika, droht aber angesichts der Rasanz, mit der die anderen drei voranschreiten, ins Hintertreffen zu geraten. Wichtigste Nation in Europa, was Verbindungen zu Afrika angeht, ist weiterhin Frankreich, welches große Teile Afrikas kolonalisiert hatte. Es gilt immer noch das berühmte Zitat von Omar Bongo, dem früheren Herrscher über Gabun: “Afrika ohne Frankreich, das ist wie ein Auto ohne Fahrer. Frankreich ohne Afrika, das ist wie ein Auto ohne Sprit.”

Doch inzwischen haben sich mehr als nur eine weitere Nation der Welt auf die Rückbänke, wenn nicht bereits auf den Beifahrersitz dieses Autos gedrängt. Und der Sprit fließt mittlerweile auch von Afrika aus in diese anderen Länder.

Creative Commons License photo credit: Panoramas


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