Besser essen in Burkina Faso
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Besser essen in Burkina Faso

9. August 2010

Die Menschen in Burkina Faso sind besser gegen Fettleibigkeit gewappnet.

Die Menschen in Burkina Faso sind besser gegen Fettleibigkeit gewappnet.

Was angesichts der häufig knappen Versorgungslage der Menschen in Burkina Faso wie Zynismus klingen mag, ist keiner: Die Menschen in Burkina Faso essen, wenn sie denn regelmäßig zu essen haben, gesünder als die Menschen in Europa, hier: Deutschland. Das mag erstmal wenig überraschen, gibt es doch wahrscheinlich eher wenige und wenn, dann nur wenige frequentierte McDonald’s-, Burger-King- und KFC-Filialen in Burkina Faso, während hierzulande in manchen Familien Cola schon Wasser als Standardgetränk abgelöst hat und die Deutschen ohnehin dafür bekannt sind, besonders fettig zu kochen und zu essen (was, nebenbei gesagt, oft dazu führt, dass Ausländer, die für längere Zeit nach Deutschland ziehen, erstmal kräftig zunehmen. Das mag allerdings auch an den im internationalen Vergleich sehr geringen Preisen für Bier und Wein liegen.) Kurz gesagt: es überrascht nicht, dass man in Mitteleuropa ungesündere Ernährung wählt als in Burkina Faso.

Burkina Faso tatsächlich mit dem besseren Resultat

Doch die Wirkung dieser Ernährung geht über das reine Erscheinungsbild der Menschen hinaus, wie eine Studie jüngst herausfand. Forscher der Universität Florenz hatten die Auswahl der Speisen von italienischen Kindern im Alter von 1-6 mit jener von Kindern aus Burkina Faso verglichen. Während die Zusammensetzung der Speisen der italienischen Kinder hauptsächlich aus Stärke, Zucker, Fett und Fleisch bestand, wie man es auch für Deutschland annehmen würde, bestand jene der Kinder aus Burkina Faso mehrheitlich aus Hirsebrei, Gemüse und Kräutern. Womit der entscheidende Unterschied der Ballaststoffgehalt der Ernährung war. 3,2 Prozent für die Kinder aus Burkina Faso zu 0,9 Prozent für die italienischen Kinder.

Wirksam gegen Fettleibigkeit

Dadurch lag auch eine signifikant unterschiedliche Darmflora der Kinder vor: Es gibt tatsächlich Mikroben, die vor Fettleibigkeit schützen, deren Anteil war bei den afrikanischen Kindern deutlich höher als bei der Vergleichsgruppe. Zudem hat diese Zusammenstellung weitere Effekte, denn eine gute Darmflora soll vor Entzündungen und weiteren Darmkrankheiten zu schützen in der Lage sein. Insbesondere das Risiko vor Allergien sinkt dadurch.

Ob die Wirkung einfach durch eine vergleichbare Ernährung erzielt werden könnte, ist damit allerdings noch nicht beantwortet. Vielleicht liegen auch besondere Gründe in der physischen Struktur der Bewohner Afrikas, die diese bessere Gesundheit begünstigen.

Creative Commons License photo credit: oneVillage Initiative


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