Spanien im Finale — Deutschland verdienter Verlierer
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Spanien im Finale — Deutschland verdienter Verlierer

8. Juli 2010

Müssen ab Samstag wieder eingerollt werden: Schland-Fahnen.

Müssen ab Samstag wieder eingerollt werden: Schland-Fahnen.

Schade. Es hat wieder nicht gereicht. Wie schon bei der EM 2008 ist Spanien eine zu hohe Hürde für die deutsche Mannschaft, auch wenn die Vorzeichen diesmal andere waren. Bei der EM hatte sich Deutschland noch mit mehr Glück als Vorstand durch die Playoffs gehangelt, diesmal waren die Auftritte gegen England und Argentinien, die uns alle noch so nah vor Augen sind, höchst überzeugend. Sie machten tatsächlich Lust auf mehr. Und Jogi Löw schien zu ganz großen taktischen Leistungen vor allem in der Vorbereitung auf die Partien aufzulaufen. Letzlich hat aber die größere Klasse der Spanier den Ausschlag gegeben, die mehrheitlich vom immer mal wieder als Überteam gefeierten FC Barcelona stammen und dort nicht nur ständig im Verein zusammenspielen, sondern teilweise schon seit Jugendzeiten wissen, wie die Laufwege ihrer Mitspieler sind. Nicht umsonst feiert man zur Zeit den FC Barcelona als die beste und vor allem spielstärkste Mannschaft der Welt.

Es gewinnt nicht immer der Bessere im Fußball — heute leider schon

Gleichzeitig war es aber so, dass Deutschland – mit Ausnahmen – ungemein überzeugt hatte in Südafrika, während Spanien einfach nicht in die zuvor so viel gelobte Form kommen wollte. Ausgerechnet, wie man im Sport so ungerne sagt, ausgerechnet gegen Deutschland schaffte Spanien es dann aber, seine beste Leistung bei dieser WM abzurufen (das Finale ist ja noch nicht gespielt). Man hatte vorher berechtigte Hoffnung haben dürfen, dass Deutschland an seine vorherigen Vorstellungen würde anknüpfen können. Ebenso war klar: Wenn Spanien zu alter Form findet, dann ist dieses deutsche Team wahrscheinlich noch zu jung, um gegen Spanien zu bestehen. Spanien hatte immerhin von den letzten ca. 53 Partien nur 2 verloren. Eine davon zwar bei dieser Weltmeisterschaft gegen die Schweiz, aber auch nur mit 0:1 und selbst da hatten sie 20 Torschüssen zu verzeichnen, während die Schweiz 2 vorweisen konnte.

Bis zum nächsten Versuch 2014 ist es noch lang hin

Nun ist der Traum vom Weltmeistertitel für Deutschland also ausgeträumt. Für 2010. Und bis 2014 ist es wahrlich noch lange hin, es scheint fast weiter weg zu sein, als es 2006 von hier aus ist, obwohl das ja unlogisch wäre. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass die nächste WM noch weiter entfernt stattfindet: in Brasilien, in Rio, in Sao Paolo, die zwar entfernungsmäßig etwas näher liegen als Kapstadt, Johannesburg, Pretoria und Durban, aber in einer anderen Zeitzone und damit schon den Eindruck erwecken, viel mehr in einem anderen Teil der Welt zu liegen als die Städte in Südafrika.

Erstmal diese Niederlage verarbeiten, dann noch mal den 3. Platz angreifen

Für eine Gesamtbilanz bezüglich der Weltmeisterschaft in Südafrika ist es noch zu früh. Für heute Abend bleibt erst einmal das Ausscheiden zu verdauen, was auch den Spielern sichtlich nicht leicht fiel, und dann die Partie um den 3. Platz dazu zu nutzen, sich nicht nur würdevoll, sondern wieder mit Spaß, Erfolg und einer guten Leistung aus Südafrika zu verabschieden. Immerhin fällt ein “Verlierer-Empfang” in Berlin bei Platz 3 aus, das hatte Jogi Löw schon vor dem Halbfinale festgelegt.

Ein mitreißendes Spiel, auch wenn es nicht hochklassig war. Aber so ist es im Fußball eben. Er ist nur interessant, wenn einem nicht egal ist, wer verliert. Und heute war es wohl sehr vielen Menschen in diesem Lande nicht egal.

Finalgegner am Sonntag sind also Spanien und die Niederlande. Für Deutschland bleibt nur Uruguay im Spiel um den 3. Platz.

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