Deutschland fantastisch, Argentinien lethargisch
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Deutschland fantastisch, Argentinien lethargisch

5. Juli 2010

Deutschland hat Argentinien verspeist.

Deutschland hat Argentinien verspeist.

Was war das für ein Spiel? Wie merkwürdig gelähmt traten die Argentinier auf, die doch zuvor ebenfalls ordentlich Tore, verdiente Tore wegen ihrer Überlegenheit bei dieser WM erzielt haben? War es tatsächlich so, dass der schon von vielen Seiten geschmähte Jogi Löw, dem man nachsagte, taktisch doch nicht ganz so großartig zu sein, wie es noch bei der WM 2006 den Anschein hatte, zu seiner alten Stärke zurück gefunden hat und in Verbund mit Beobachter Urs Siegenthaler die Argentinier “outgecoachet” hat? Es hatte den Anschein, als hätte Deutschland einen Mann mehr auf dem Platz. Insbesondere bei den zweiten, eigentlich von den Argentinieren schon geklärten Bällen war fast immer ein Deutscher schneller da. Zwar wackelte auch dieser Sieg – wie gegen England – gegen Ende der ersten Halbzeit noch ein wenig. Es reichte aber für Argentinien nicht mal zu einem einzigen Törchen, wodurch sich die Engländer fast noch als “gut weggekommen” empfinden dürfen.

Es war aber auf dem Platz nicht allein das Werk das großartigen Bastian Schweinsteiger, der durchaus das Zeug zum Weltfußballer des Jahres mitbringt, sondern vor allem auch der starken Defensive. Arne Friedrich spielt schon das gesamte Turnier über eine hervorragende Rolle (am Samstag gekrönt durch sein erstes Tor für die Nationalmannschaft überhaupt, im 77. Einsatz), nun ist aber auch Per Mertesacker wieder auf dem Damm und sorgte ebenfalls dafür, dass Argentinien keinen einzigen Treffer erzielte – und auch kaum nennenswerte Chancen hatte.

Thomas Müller gesperrt

Wermutstropfen in dieser fantastischen Partie – man möchte sagen – die beste seit ca. 1970 – ist allein die zweite Gelbe Karte für Thomas Müller, der damit im kommenden Halbfinale gegen Spanien gesperrt ist. Und auch die Spieler selbst schätzten Spanien noch eine Prise stärker ein als Argentinien und England. Hoffentlich wiederholt sich Geschichte nicht wie 2006, als die Sperre von Torsten Frings, wenn auch in gänzlich anderer Rolle auf dem Platz, mit zur Halbfinalniederlage gegen Italien beitrug.

Jetzt soll der Titel her

Auch wenn man nicht abheben sollte: Nur das Spiel um Platz 3 wäre nach den bisher überragenden gezeigten Leistungen beinahe eine Enttäuschung. Da nützt es jetzt nichts mehr, dass man vor dem Beginn des Turniers in Südafrika eigentlich mit dem Erreichen des Viertelfinales zufrieden gewesen wäre. Wer seine Gegner dann derart auseinandernimmt, der müsste eigentlich auch den Titel holen. Angst macht neben dieser Sperre von Thomas Müller aber auch, dass die Niederländer weiterhin so spielen wie die Deutschen früher: kalt, effizient und selten mehr investierend als nötig. Da sie durchaus über mehr Erfahrung als die meisten deutschen Spieler verfügen, könnten sie im Finale noch einmal ein äußerst unangenehmer Brocken werden.

Doch heute, am Montag, überwiegt immer noch die Freude über eine derart fantastische Leistung gegen Argentinien. Hut ab!

Creative Commons License photo credit: calmenda


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1 Kommentar »

  1. Die Parallelen zu 2006 sind irgendwie schon etwas beunruhigend. Im Viertelfinale ein Sieg gegen hoch eingeschätzte Argentinier, ein Halbfinalgegner der nicht besonders souverän ins Halbfinale gekommen ist und ein gesperrter deutscher Leistungsträger. Ich hoffe bloß, dass sich Geschichte in diesem Fall nicht wiederholt.

    Kommentar by Marcel — 6. Juli 2010 @ 15:23

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