Chaos in Nigeria und Kamerun
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Chaos in Nigeria und Kamerun

1. Juli 2010

Werden erstmal zu Hause bleiben müssen: Fans aus Nigeria.

Werden erstmal zu Hause bleiben müssen: Fans aus Nigeria.

Kaum ist die WM zu Ende, werden Trainer gefeuert und Anschuldigungen hin- und hergeworfen. Das kennt man aus fast allen Ländern im Fußball, nicht nur aus den afrikanischen. In Frankreich musste der erfolglose Trainer Raymond Domenech sich gar vor dem Parlament verantworten. Mexikos Trainer hat hingeworfen, Englands Trainer steht auf der Kippe, in Italien war der Wechsel schon geplant. Aprés-WM-Zeit ist auch immer Zeit der großen Veränderungen auf der Trainerbank, manchmal auch im Kader, wenn altgediente Spieler ihre Karriere beenden. Was sich nun aber rund um die Teams von Nigeria und Kamerun ereignet, erreicht eine völlig andere Dimension:

Im Land selbst nicht, jedenfalls nicht mehr als sonst auch. Aber um die Fußball-Nationalmannschaft herum. Nach den schlechten Leistungen, wobei man da noch streiten könnte, ob diese wirklich so schlecht waren, hat der Präsident den Fußballverband kurzerhand aufgelöst und angekündigt, dass Nigeria 2 Jahre lang an keinen internationalen Wettbewerben im Fußball mehr teilnehmen wird. Der Staatspräsident wohlgemerkt hat den Verband aufgelöst, nicht der Verbandspräsident.

Die Begründung, dass die schlechten Leistungen für diese äußerst harsche und ungewöhnliche Reaktion verantwortlich seien, ist aber wohl nur vorgeschoben, denn der Verbandspräsident gilt als ein harter Verfechter einer Anti-Korruptions-Linie. Sowohl in der Politik als auch im Sport. Und in dieser Hinsicht lag wohl Einiges im Argen bei den Zuständigen im Fußballverband. Nichts Genaues weiß man leider nicht, und auch wenn dies wiederum unsere Klischees vom chaotischen Afrika bestätigt, geht es hier doch wohl genau daran, diesem Chaos zu begegnen. Es einzudämmen. Da ist so eine Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb doch eher läppisch zu nennen im Vergleich zu dem, was man durch diese Maßnahme gewinnen kann.

Ob sie wirken wird und was die FIFA dazu sagt, dass sich die Politik in die Verbandsangelegenheiten eingemischt hat, bleibt abzuwarten. Üblicherweise lässt die FIFA diese Einmischung nicht zu, um die Unabhängigkeit der Verbände von eventuellen politischen Ränkespielen zu wahren. Womöglich hat der Präsident Nigerias diese Bestrafung durch seinen Verzicht auf die nächsten 2 Jahre an internationalem Fußball schon einkalkuliert und quasi vorweggenommen. Wenn er zu einer solch drastischen Entscheidung kommt, muss er gute Gründe haben. Wir werden das weiter verfolgen.

Kameruns Team war in Südafrika gespalten

In Kamerun ist die Lage nicht ganz so dramatisch, dennoch offenbaren sich direkt nach dem auch für die Kameruner enttäuschenden Ausscheiden in Südafrika große Risse im Team, genauer gesagt Risse zwischen zwei größeren Lagern. Grüppchenbildung, der Feind eines jeden Erfolgs im Mannschaftssport, nur schade, dass dies und andere Uneinigkeiten immer wieder bei den Teams aus Afrika auftreten, so dass sich an ihrem Image kaum etwas verbessert, und das nicht mal dann, wenn die WM auf dem eigenen Kontinent stattfindet.

Superstar Samuel Eto’o von Inter Mailand, der gerade erst die Champions League gewonnen hatte, war wohl Kopf der einen Hälfte des Teams, Emana jener der anderen Hälfte des Teams. Zwar war deutlich zu sehen, dass Kamerun sich nicht einfach so aus dem Turnier schießen lassen wollte, allein es fehlte an Spielfluss und dem, was man gemeinhin so “Geschlossenheit” nennt.

Der Verband hat auf diese Zwistigkeiten und auf die harten Vorwürfe, die Samuel Eto’o Ex-Trainer Le Guen in Bezug auf die Taktik und insbesondere seine eigene Rolle gemacht hat, nun suspendiert. Mit ihm weitere bekannte Spieler wie Rigobert Song und Kameni.

Und nun will Kamerun auch noch Lothar Matthäus als Trainer verpflichten …

Creative Commons License photo credit: Eustaquio Santimano


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2 Kommentare »

  1. [...] Halbfinalteilnehmer in Südafrika: Holland In einer zumindest in der zweiten Halbzeit rassigen Partie, wie man es von Viertelfinals bei einer WM erwartet, eliminierten die Niederlande Brasilien, das doch mit seiner “neuen Nüchternheit” im Gegensatz zu früheren verspielten Auswahlen dieses Landes glaubte, perfekt auf die WM in Südafrika vorbereitet zu sein. Und man muss hinzufügen: nicht mal unverdient, dieser Sieg der Niederländer. Dazu die wirklich dumme Rote Karte der Brasilianer nach dem Rückstand, ein typisches Frustfoul (und man möchte gerne hinzufügen: auch typisch für Südamerikaner, aber man will ja nicht immer diese alten Klischees bedienen, auch wenn selbst die Afrikaner genau diese Klischees zuletzt wieder bedient haben). [...]

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  2. [...] der Deadline eingeknickt: Nigerias Präsident. Hatten wir vor wenigen Tagen davon berichtet, dass Nigerias Staatspräsident den nigerianischen Fußballverband aufgelöst und von allen internationalen Wettbewerben zurückgezogen hatte, müssen wir heute melden, dass der [...]

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