Nach Mesut Özil jetzt Thomas Müller in der Starrolle
28. Juni 2010| Tweet |
Vor dem Turnier hatten alle bereits Mesut Özil auf dem Zettel. Und er füllt die Rolle des potenziellen neuen Stars bei der WM bislang auch ordentlich aus. Mit durchaus nicht schlechten Chancen, am Ende des Turniers als bester junger Spieler des Turniers ausgezeichnet zu werden, womit er Nachfolger von Lukas Podolski würde, der diese Auszeichnung bei der WM 2006 erhielt. Nun wissen zwar alle, dass solch eine Auszeichnung kaum etwas wert ist, schließlich geht es um den Weltmeister-Titel und nicht um komische Sonderwertungen. Ablehnen würde das aber natürlich niemand.
Doch während Mesut Özil so vor sich hinzaubert, erwächst ihm Konkurrenz aus den eigenen Reihen und zwar von jemandem, den niemand vorher auf dem Zettel (für diese Wertung) hatte, denn er spielte schließlich gerade mal seine erste Bundesligasaison: Thomas Müller. Wie er bei bislang gerade mal 6 Einsätzen in der Nationalmannschaft schon bei 3 WM-Toren steht, vor einem Jahr noch in der 3. Liga spielte und nun nicht nur die deutsche Mannschaft belebt, sondern den gesamten Weltfußball aufmischt, das nötigt auch dem weniger gewogenen Betrachter Respekt ab. Er selbst nennt seine Spielweise etwas unorthodox und gibt zu, dass er meist weniger auf den Trainer als auf seinen Instinkt höre bei Fragen, wo er sich auf dem Platz hinbewegen solle. Und auch Mehmet Scholl gibt Thomas Müller Recht: Er arbeite viel, aber nur deshalb tauche er so häufig frei vor des Gegners Tor auf. Die vielen Male, die er ähnliche Wege vergeblich gehe, nehme man ja von außen kaum wahr, weil er dann eben nicht angespielt werde.
Wie unbekümmert er auftritt, ohne dabei auch nur eine Spur arrogant zu wirken, macht ihn zudem noch äußerst sympathisch, auch wenn das bei der Bewertung der sportlichen Leistung eines Spielers keine Rolle spielen sollte. Aber wir sind eben alle nur Menschen, und so hat es eben doch Einfluss. Als er dann noch im Interview nach dem Spiel “Oma und Opa” grüßte, da war es wahrscheinlich um die halbe Nation geschehen und sie hatte ihren legitimen Nachfolger des “Prinz Poldi”, obwohl man für Thomas Müller noch keinen passenden Boulevard-Spitznamen gefunden hat. Womöglich ist das auch gar nicht nötig, stellt sein Nachname selbst in Erinnerung an Gerd Müller schon fast so etwas wie einen Spitznamen dar.
Bleibt zu hoffen, dass er a) auf dem Teppich bleibt und b) noch viele weitere Male bei dieser WM frei vor des Gegners Tores auftaucht. Nächste Chance am Samstag im Viertelfinale – wie 2006 – gegen Argentinien. Hut ab, Thomas Müller.
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Schlagworte: 3. Liga, Argentinien, Bester junger Spieler, Lukas Podolski, Mehmet Scholl, Mesut Özil, Thomas Müller, Viertelfinale, WM 2006




Der am 13.09.1989 in Weilheim i. OB. geborene unorthodox spielende Thomas Müller war im Juni 2008 der viertjüngste männliche Abiturient des literarisch berühmten Gymnasiums Weilheim (“Weilheimer Hefte zur Literatur”). Es gibt in Deutschland 300.000 Müllers.
Bislang war der “Bomber der Nation”, Gerd Müller, der berühmteste Müller. Quo usque tandem, wie lange noch?
Kommentar by Werner Friedrich — 1. Juli 2010 @ 14:16