Italien raus — und Lippi geht
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Italien raus — und Lippi geht

24. Juni 2010

Das waren noch Zeiten: 2006 wird Lippi als Weltmeistertrainer gefeiert

Das waren noch Zeiten: 2006 wird Lippi als Weltmeistertrainer gefeiert

Italien scheitert in der Vorrunde und folgt Frankreich in den Flieger von Südafrika nach Hause. Ganz so peinlich wie das Auftreten der Franzosen war jenes der Italiener nicht. Dennoch überrascht das Ausscheiden in der eher als leicht eingestuften Gruppe F mit Paraguay, der Slowakei und Neuseeland. Doch wer gegen diese nominell eher schwachen Gegner keinen einzigen Sieg hinbekommt, der fährt dann wohl verdient nach Hause. Bemerkenswert auch deshalb, weil Italien immerhin der amtierende Weltmeister, Titelverteidiger und Gewinner in Deutschland 2006 ist. Offensichtlich hat man es aber versäumt, neue Spieler an das Team heranzuführen. Allein mit Erfahrung kann man nun mal nicht Weltmeister werden, ein wenig Kreativität und Durchschlagskraft im Angriff darf schon dabei sein.

Nummer Drei bei dieser WM

In Folge des Ausscheidens ist nach Otto Rehhagel, Raymond Domenech nun schon der dritte Trainer eines Teilnehmers an der Weltmeisterschaft nicht mehr im Amt. Er tritt zurück und übergibt das italienische Nationalteam an Cesare Prandelli, der hierzulande wohl ziemlich unbekannt sein dürfte. Wikipedia weiß zwar einiges über ihn zu berichten, dennoch ist er im hiesigen Sportjournalismus bislang nicht weiter in Erscheinung getreten. Mit Jahrgang 1957 und somit 53 Lebensjahren ist er zudem nicht so viel jünger als sein Vorgänger Marcello Lippi, der 62 Jahre alt ist. Juventus Turin und Atalanta Bergamo waren die wichtigsten Stationen der Spielerkarriere von Cesare Prandelli, als Trainer war er zuletzt 5 Jahre bei AC Florenz tätig.

Wechsel allerdings schon lange geplant

Überraschend ist zwar das Ausscheiden der Italiener, nicht aber der Trainerwechsel. Denn gerade so wie in Frankreich stand auch in Italien dieser Wechsel schon vor dem Turnier in Südafrika fest. Lippi hätte seiner Karriere als Nationaltrainer sicher gerne noch ein paar Spiele dran gehängt, dann hätte er sein Team aber besser einstellen müssen. Zurecht sprach er vorhin in der Pressekonferenz davon, dass die erste Halbzeit seines Teams das schlechteste war, was er je gesehen hat. Und auch vor dem Fernseher musste man sich verwundert die Augen reiben: Das soll das sonst stets gefürchtete Italien sein?

War es, aber jetzt ist das Turnier für Italien schon vorbei. Häme? Ist angesichts einer solch schwachen Mannschaft wohl nicht die Mühe wert.

Creative Commons License photo credit: aromano


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