Ghana macht’s nach Art von Italien
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Ghana macht’s nach Art von Italien

24. Juni 2010

Schaut man Ghana, wähnt man sich fast in Italien.

Schaut man Ghana, wähnt man sich fast in Italien.

Südafrika ist raus, die Elfenbeinküste ist raus und auch Algerien ist raus. Einzig Ghana hat von den afrikanischen Mannschaften bislang den Sprung ins Achtelfinale geschafft. Aber wie! Ohne überhaupt jemals Fußball zu spielen in den 270 Minuten ihrer Vorrundenpartien. Im ersten Spiel musste ein Handelfemter herhalten, im zweiten Spiel spielte Ghana fast 60 Minuten lang in Überzahl, ohne auch nur annähernd gefährlich werden zu können und kam wiederum nur durch einen Handelfmeter zu seinem Tor. In der Partie gegen Deutschland ging man zwar trotz Niederlage nicht unter, spielte sich aber wiederum kaum eine Torchance heraus. Während die eigentlich cleveren, zumindest in der Partie gegen Deutschland, Serben nun ausgeschieden sind, ist mit Ghana wohl eines der schlechtesten Teams der WM im Achtelfinale.

Was ist daran nun italienisch? Die aktuellen Italiener zählen vielleicht nicht als Beispiel, weil sie gerade im Begriff sind, auszuscheiden. Ansonsten aber war und ist das italienische Team bekannt dafür, gerade in der Vorrunde eben nur so viel zu leisten, wie nötig ist. Das können dann schon mal 3 Remis in 3 Partien sein oder eben auch nur 1 Sieg aus diesen 3 Partien, wie es Ghana nun gemacht hat. Wenig attraktiv, aber auch nicht unclever. Denn so spart man sich Kräfte, die man in der Playoff-Runde noch nötiger hat als in der Vorrunde. Dort kann es schließlich schon zu Verlängerungen und Elfmeterschießen kommen. Und wie erfolgreich das für Italien läuft, hat man 1982 gesehen, als sie nach 3 Remis in 3 Vorrundenspielen schließlich ins Finale einzogen, wo sie bekanntermaßen Deutschland mit 3:1 schlugen und ihren ersten Weltmeistertitel nach dem Krieg errangen. So weit wird es für Ghana sicher nicht gehen, aber zumindest das Viertelfinale könnte nun möglich sein. Mit wirklich unattraktivem Fußball, aber damit steht Ghana auch nicht ganz alleine bei dieser WM.

Creative Commons License photo credit: aroel_cr


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