Skandal im Team von Frankreich
20. Juni 2010| Tweet |
Dann die großen Überschriften in L’Equipe, die haarklein zitieren, was Anelka seinem Trainer entgegengeschleudert hatte (worauf dieser ihn in der Halbzeitpause der Partie gegen Mexiko sofort auswechselte). Woraufhin der französische Verband Anelka aber nicht sofort nach Hause schickte, sondern eben erst, als es in der Presse auftauchte.
Heute dann eine neue Eskalation. Teile des Teams glaubten im Fitnesscoach den sogenannten “Maulwurf” ausgemacht zu haben, konfrontierten ihn mit ihren Vorwürfen. Und weigerten sich im Anschluss, das Training zu beginnen, woraufhin der französische Delegationsleiter sagte, dass er die Kontrolle über das Team verloren habe und nach Paris abreiste. Zur Stunde kocht dieser Skandal weiter hoch.
Les Bleus außer Rand und Band
Die Mannschaft hat nun eine Erklärung verlesen lassen, in der sie ankündigt, auf jeden Fall am kommenden Dienstag alles zu geben, um “die Farben ihres Landes” würdig zu vertreten. Und so weiter blablabla. Davon, dass die Flüche niemals an die Öffentlichkeit hätten gelangen dürfen, rücken sie allerdings nicht ab. Und verharmlosen stattdessen diese Verhaltensweise als etwas, was in Spitzenteams häufig vorkäme. Das ist schwer zu glauben. Und selbst wenn es so wäre, würde es immer noch nicht erklären, wieso die Spieler sehenden Auges das Team und damit die gesamte Unternehmung “Weltmeistertitel” wahlweise implo- oder explodieren lassen.
Eine seltsame Melange an Eigenbrötlern, Egozentrikern, Unsozialen und teilweise auch einfach Deppen haben sich die Franzosen da zusammen gestellt. Wie es heißt, würde der weiße, gut erzogene Gourcouff von den anderen Spielern gemobbt, unter anderem, weil er nicht den ganzen Tag Playstation spiele, sondern auch mal ein Buch lese! Das aber nur am Rande.
Denn eigentlich geht es hier vor allem um den Konflikt zwischen Domenech und der Mannschaft, zwischen der das Tischtuch schon lange zerschnitten war.
Damit steht nicht nur dieses französiche Team, sondern der gesamte Verband vor der Zerreißprobe: lässt man die meuternden Stars ab August unter einem neuen Trainer wieder weitermachen? Oder rasiert man sie alle und wagt den Neuaufbau?
Bei allen Verwicklungen, die es zwischen Theo Zwanziger und Jogi Löw gab: Wenn man zur Stunde nach Frankreich blickt, sind das nur Peanuts.
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