Schweizer Sensation? — Eher Südafrikas Trauer
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Schweizer Sensation? — Eher Südafrikas Trauer

17. Juni 2010

Auch die südafrikanische Times ist nicht glücklich

Auch die südafrikanische Times ist nicht glücklich

So ist das, wenn nicht allzuviel passiert. Da zieht man sich schon an den kleinen Dingen hoch. Wobei die Vuvuzela als Thema und auch bei den Dezibelzahlen nicht klein war. Aber die Schweiz ist klein. Und genauso wenig ist es eine “Sensation”, dass ein aus Europa für die WM qualifiziertes Team eine anderes Team aus Europa schlägt. Das kommt vor, liebe Sensationsheischer. Das kommt sogar ständig vor.

Zugegebenermaßen ist Spanien nicht irgendwer, kein Belgien oder Finnland, sondern der amtierende Europameister und noch dazu seit 4 Jahren unbesiegt, wenn man von der Niederlage im Halbfinale des Confed-Cups gegen die USA absieht, von dem wir hier natürlich auch schon berichteten.

All die vielen kleinen, wendigen Dribbler, wie es sie in Deutschland in Form von Özil, Podolski und Kroos auch gibt (dabei sind die alle gar nicht so klein, aber wendig sind sie) im spanischen Team waren gestern aber überfordert, bei zweistelligen Chancenzahlen den Ball im Tor unterzubringen. Was dann schließlich, wie so oft im Fußball, der Gegner schaffte. Und schon droht der Topfavorit auf den WM-Titel, schon lange gabe es nicht mehr so große Einigkeit darüber, dass ein Team klarer Favorit sei, die Vorrunde nicht zu überstehen. Aber noch ist nicht aller (Spiel-)Tage Abend.

Schon Feierabend für Bafana Bafana?

Die Vorrunde ziemlich sicher nicht überstehen werden allerdings die Gastgeber aus Südafrika. Müßig zu erwähnen, dass es das erste Mal beim inzwischen 19. WM-Turnier ist, dass der Gastgeber es nicht wenigstens bis ins Achtelfinale schaffen würde. Es hätte sicher auch für die gesamte Stimmung bei dieser WM noch nicht abzusehende Folgen:

Atmet der Rest der Welt auf, weil die Zahl der Vuvuzelas sinken wird, erfreut man sich demnächst gar wieder an mitreißenden, fußballtypischen Stimmungsäußerungen? Oder bleiben die Zuschauer in den eh schon selten ausverkauften Stadien dann ganz weg und die WM wird auch in dieser Hinsicht zum Fiasko?

Wo sind die Zuschauer?

Nachdem man 2006 noch solch einen Riesenandrang nach Tickets hatte, dass man jedes Stadion vier Mal ausverkaufen hätten können, zeichnete sich das schwache Besucherinteresse ja schon länger ab. Wenn nun nicht mal mehr die Südafrikaner (und die Weißen in Südafrika gehen ja traditionell eh zum Rugby, und nicht zum Fußball) Interesse haben, weil ihr Team ausgeschieden ist, dann werden wohl viele Partien so aussehen wie es bei Algerien gegen Slowenien der Fall war. Nur 30.000 Zuschauer im 45.000 Zuschauer fassenden Peter-Mokaba-Stadion.

Es würde zwar niemand behaupten, dass die Spiele allein dadurch schlechter werden, dass ein paar Sitzplätze frei bleiben. Eine WM in einem Land zu veranstalten, deren Bewohner sich größtenteils die Tickets nicht leisten können, nur weil die FIFA auf ihren horrenden Preisen besteht, grenzt aber nun mal schon an eine besondere Form von Zynismus.

Die Rechnung – im übertragenen Sinn – werden hoffentlich die Verantwortlichen zahlen, und nicht die Südafrikaner. Zurück zum Sport — aber der ist halt immer auch Politik.


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1 Kommentar »

  1. Die Schweiz siegt über die Fußball-Großmacht Spanien. Wer hätte das gedacht. Glückwünsche an die Eidgenossen. Ihr Spiel war einfach genial!

    Kommentar by Christina — 17. Juni 2010 @ 16:01

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