Panik vor Testspiel in Johannesburg
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Panik vor Testspiel in Johannesburg

7. Juni 2010

Wesentlich vertrauenserweckender sind die Ticketschalter von Soccer City in Johannesburg.

Wesentlich vertrauenserweckender sind die Ticketschalter von Soccer City in Johannesburg.

Da wir von hier aus kaum abschätzen können, wie die tatsächlichen Verhältnisse beim Spiel zwischen Nigeria und Nordkorea in Johannesburg waren und gerade die Tatsache, dass alle Karten Freikarten waren, dennoch aber noch gefälschte Tickets im Umlauf waren, wollen wir uns auch kein Urteil zu den Vorfällen erlauben, die zu zwischen 10 und 22 Verletzten geführt haben.

Der europäische Fußball hatte solche Vorfälle bereits zuhauf zu vermelden: überfüllte Stadien, bei denen die Massen von hinten noch ins Stadion drücken, unten am Zaun werden Menschen zerquetscht, weil überforderte Ordner oder Polizisten plötzlich, um der Masse Herr zu werden, Tore öffnen und sich x-mal so viele Menschen in die Stadionblöcke ergießen wie sie eigentlich fassen können.

Europa hat schon gelernt

Allerdings ist das in Europa – zum Glück – auch schon mehr als zwei Jahrzehnte her. Kürzlich erst hatte das Unglück zu Heysel sein trauriges 25. Jubliäum, auch danach folgte noch eine Katastrophe mit etlichen Toten in einem englischen Stadion, Hillsborough nämlich in Sheffield. Und genauso allerdings haben die europäischen Verantwortlichen daraus gelernt, in Bezug auf Strategien der De-Eskalierung, in Bezug auf eine völlig andere Ticketpolitik und in Bezug auf die Gestaltung der Stadien.

Wer heute einer dieser alten, baufälligen Stadien hinterhertrauert, sollte nicht vergessen, dass die neuen Stadien zwar steril, aber sicher in Bezug auf viele Aspekte sind. Alleine schon, dass es meist keine Zäune mehr gibt und die Massen zur Not auf die Spielfläche abfließen können, verhindert derartig gruselige Szenerien von zerquetschten Menschen.

Vorfall nicht im WM-Stadion

Das Stadion, in dem dieser Vorfall nun in Johannesburg geschehen ist, gehört auch gar nicht zu den WM-Stadien, sondern war nur für dieses eine Testspiel eingeplant und dabei auch nur für 10.000 Zuschauer. Sicherheitsbedenken sollten sich also weiterhin eher auf die Kriminalität im weiteren Umfeld der WM-Stadien richten, die Arenen selbst werden baulich und auch in Bezug auf die Ticketpolitik sicher sein, selbst wenn nun doch noch Karten nicht via Internet, sondern in Verkaufsstellen in Südafrika persönlich verkauft wurden.

Zu behaupten, dass die Sicherheit in den Stadien aller Voraussicht nach nicht gegeben ist, wäre ein Unding, diente der Sensationsheischerei und womöglich der Steigerung der eigenen Auflage (oder der eigenen Klickzahlen). Wir können versichern, dass wir mit diesem Beitrag hier alles andere als Sensationsheischerei betreiben.

Creative Commons License photo credit: Shine 2010 – 2010 World Cup good news


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