Nun auch noch Westermann perdu
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Nun auch noch Westermann perdu

31. Mai 2010

Heiko Westermann muss sein Arbeitsgerät tauschen.

Heiko Westermann muss sein Arbeitsgerät tauschen.

Natürlich schlagzeilen Zeitungen mit großen Buchstaben nun etwas von einem “Fluch” der auf der Nationalmannschaft liege: Heiko Westermann hat sich im Testspiel gegen Ungarn verletzt und fällt nun ebenfalls für die WM auf. “Ebenfalls”, weil mit Michael Ballack, René Adler, Christian Träsch und noch einem, der uns gerade nicht einfällt, nun schon fünf potenzielle WM-Fahrer nicht nach Südafrika reisen werden. Jogi Löw kann einem leid tun, denn neben den Querelen um seine Vertragsverlängerung will nun auch noch das Schicksal (respektive der Fußballgott, die Vorsehung oder einfach der Lauf der Dinge) ein Wörtchen bei der Kaderzusammenstellung mitreden. Und wie sehr man sich auch darüber freuen kann, dass mit vielen aus der U21-Europameistermannschaft im Gegensatz zu früher viele Alternativen nachrücken: erfahren sind die nicht und echte Weltklasseleute sind natürlich nicht dabei, denn sonst wären sie schon längst nominiert worden. Und hätten sich womöglich auch noch verletzt.

Zu Westermanns Ausfall ist nicht viel zu sagen. Man muss eben damit leben, dass dieser vielseitige, mannschaftsdienliche Typ jetzt auch noch fehlen wird. Ein echter Indianer wäre er gewesen, von denen man bekanntlich immer welche im Team braucht, auch wenn jetzt gerade eher ein Häuptling (als Ballack-Ersatz) gesucht wird. Die Frauen und übrigen Fans, die sich eher für die Typen als für den Sport interessieren, werden bei Westermanns Fehlen nicht besonders traurig sein. Zu unscheinbar kommt er daher. Jogi Löw aber, und alle, die sich für den Sport interessieren, tut dieser neuerliche Ausfall viel mehr weh als noch jener von Christian Träsch, der wohl ohnehin nur die Nr. 20-22 gewesen wäre. Westermann hingegen war ein Kandidat auf einen Stammplatz. Schade, äußerst schade, dass er nun auch fehlen wird. Die Chancen der Deutschen werden nicht besser mit dieser Lücke in der Abwehr. Und das Gerede vom “jetzt-erst-recht”-Gefühl, welches die Mannschaft nun entwickeln kann oder soll, wird mit jedem weiteren fehlenden Spieler nicht glaubwürdiger.

Creative Commons License photo credit: carlos.a.martinez


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