Va banque: Jogi Löw zockt beim Personal
26. Mai 2010| Tweet |
Kein Ersatz für den Ersatz von Michael Ballack
Ballack fällt nun aus, das weiß man sogar dann, wenn man nicht dieses Blog verfolgt. Auf den Titelseiten der Zeitungen und sogar in Sonderberichten im Fernsehen thematisiert, kommt selbst der Fußballfremde an der einstigen “Wade der Nation” (Bild-Zeitung über Ballack vor der WM 2006) thematisch nicht mehr vorbei.
Bundestrainer Jogi Löw aber wollte weder den ausrangierten Frings wiederholen noch überhaupt einen Spieler nachnominieren. Sondern aus den eigenen, bereits nominierten Reihen für Ersatz sorgen. Um diesen zu testen, wurde zuletzt ein Testspiel im Trainingslager anberaumt, gegen einen örtlichen Drittligisten, gerade mal 2×30 Minuten statt der sonst üblichen 2×45 Minuten sollte es nur dauern.
Doch prompt: Fällt der in diesem Testspiel unter Testbedingungen getestete Christian Träsch, der als erster Ersatz für den als Ballack-Ersatz gedachten Sami Khedira ebenfalls aus. In die Seitenbegrenzung rutschte er, zerrte sich ebenfalls irgendwelche Bänder und wird gerade so wie Ballack erst kurz nach der WM wieder aktiv auf einem Fußballplatz stehen könnten.
Nun mag der Laie fragen, ob ein Sami Khedira als Ersatz für Ballack nicht ausreichend sei: Nein, denn man sieht ja anhand der beiden Beispiele Michael Ballack und Christian Träsch, wie schnell es jederzeit passieren kann, dass ein Spieler nicht mehr einsatzfähig ist. Sollte also Sami Khedira das geschehen, was den beiden armen Vorgängern widerfahren ist, stünde die Nationalmannschaft und ergo Jogi Löw ohne einen weiteren Mann für die sog. Doppelsechs, nämlich zwei defensive Mittelfeldspieler da.
Interne Lösung oder Taktikumbau: Löw will es ohne Nachrücker richten
Angesichts dieser Lage höre man und staune: Selbst jetzt will Jogi Löw nicht nachnominieren. Weder Frings (den sowieso nicht), noch seinen Liebling, der allerdings ohne Wettkampfpraxis ist Thomas Hitzlsperger von Lazio Rom, noch überhaupt irgendeinen deutschen Spieler.
Man werde diese Lage, falls nötig, dennoch aus dem Team heraus auffangen. Entweder werde man sein Spielsystem anpassen oder man werde andere Spieler mit dieser Aufgabe betrauen. Kandidaten wären Philipp Lahm oder Heiko Westermann, die der abwehrschwachen deutschen Mannschaft dann aber an anderen Stellen fehlen würden.
Auch wenn er noch bis zum 1. Juni Zeit für Nachnominierungen hat: etwas verwundert bleibt festzuhalten, dass Löw sich seiner Sache sehr sicher zu sein scheint. Vielleicht ahnt er bereits, dass mit diesem Team ohne den Leader Ballack ohnehin nicht allzu viel zu holen sei, es daher kaum noch einen Unterschied mache, mit welchen eher nicht so starken Spielern er die Ballackrolle ausfüllt. Oder er vertraut so sehr darauf, dass die 2006er-Generation um den neuen Chef Bastian Schweinsteiger sowie Lahm, Mertesacker und Podolski bereits so erfahren ist, dass sie auch mit dieser Schwächung zurecht kommen wird und keine Unterstützung von dann team-fremden Spielern benötigt.
Wir hoffen natürlich auf Variante zwei, ganz wohl ist uns angesichts des Vabanque-Spiels von Jogi Löw in dieser Personalie allerdings nicht. Recht hat am Ende, wer Erfolg hat, weshalb es abzuwarten gilt, was passieren wird. Etwas beruhigter wären wir aber schon gerne.
photo credit: pigliapost
Das könnte auch interessieren:
» Offiziell: Pretoria eine der lebenswertesten Städte der Welt
» Soweto: Die Townships im Südwesten von Johannesburg
» Olympia 2012: Im Fußball vier Teams aus Afrika dabei
» Kapstadt: Frachter vor Südafrika gestrandet
» Südafrika: Afrika-Cup 2013 hauptsächlich in kleinen Stadien
Schlagworte: Aufstellung, Bastian Schweinsteiger, Bundestrainer, Christian Träsch, Doppelsechs, FC Chelsea, Jogi Löw, Michael Ballack, Nationalmannschaft, Per Mertesacker, Philipp Lahm, Sami Khedira, Strategie, Taktik, Thomas Hitzlsperger, Torsten Frings, WM 2006, WM 2010




