Endgültig: Kuranyi in Südafrika nicht dabei
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Endgültig: Kuranyi in Südafrika nicht dabei

3. Mai 2010

Die ganze Faszination Südafrikas wird Kevin Kuranyi höchtens als Tourist erleben.

Die ganze Faszination Südafrikas wird Kevin Kuranyi höchtens als Tourist erleben.

Das ist nun wirklich keine große Überraschung. Heute morgen verlautbarte der DFB, dass Bundescremer Jogi Löw seine Entscheidung in der Personalie “K” gefällt habe und gab sie noch vor der Nominierung des immerhin 30 Mann umfassenden vorläufigen Kaders bekannt. 30, von denen später, wenn es heißt: Einchecken in den Flug nach Südafrika, 7 noch gestrichen werden müssen. Aber selbst für diesen Kreis hielt Löw Kevin Kuranyi nicht für gut oder seinen Einsatz für sinnvoll genug. Kuranyi ist raus. Wie schon vor der WM 2006, als Kevin Kuranyi vom Vorgänger Jogi Löws, dessen Assistent er damals war, Jürgen Klinsmann am Telefon erfuhr, dass dieser ihn aussortiert habe. Glaubte Kuranyi damals noch an einen schlechten Scherz und fing erstmal an zu lachen, hatte sich diese Entscheidung auf langem Wege schon angekündigt.

Hätte es die gute Bundesliga-Saison von Kevin Kuranyi nicht gegeben, wahrscheinlich hätte niemand der dann plötzlich auf den Plan tretenden “Experten” von “Bild” bis zu Franz Beckenbauer auf eine Nominierung des eigenwilligen Stürmers plädiert. So aber musste Löw sich eines Drucks erwehren, der ihm sicher nicht passen konnte. Er allein ist verantwortlich für die Kader-Entscheidungen, und da sah er wohl auch wenig Grund, sich dafür zu rechtfertigen, dass er schweige.

80 Millionen Bundestrainer im Lande

Wie Löw das nun gelöst hat, indem er nämlich zumindest nach außen hin so tat, als würde er noch einmal über Kuranyi nachdenken und dass auch dessen Disziplinlosigkeiten beim Qualifikationsspiel gegen Russland keine Rolle mehr gespielt hätten, da hat Löw sich weder mit Ruhm bekleckert noch besonderes Standing bewiesen.

Allerdings, und das ist bei 80 Millionen Bundestrainern selbstverständlich, gibt es in solch einem Falle überhaupt keine Handlungsweise, die von einem Großteil der Beobachter als “richtig” und “angemessen” eingestuft würde.

Die Vorwürfe, dass Löw nicht nach Leistung und auch nicht nach anderen nach außen kommunizierten Kriterien aufstelle, konnte Löw so nicht entkräften. Dass er aber zumindest einen Plan zu haben scheint, in den ein Spieler hineinpassen kann oder nicht, das zumindest ist beruhigend.

Entscheidend ist, was hinten rauskommt

Und auch wenn die Autorität des Bundestrainers ohnehin seit den gescheiterten Vertragsverhandlungen mit dem DFB angekratzt ist: erstmal zählt nur das Abschneiden bei der WM in Südafrika. Da ist es eigentlich egal, ob nun der eine Härtefall mitgenommen wird oder der andere eben dann doch nicht. Was zählt, is auf’m Platz, daran wird auch Jogi Löw sich trotz eindrucksvoll gelungener Qualifikation für dieses Turnier in Südafrika und trotz Vize-Europameistertitel messen lassen müssen.

Hoffen wir für uns im eigenen Interesse, dass dieser Zeitpunkt des Maßnehmens möglichst spät im Sommer erfolgt. Am besten erst nach dem erfolgreich bestrittenen Finale.

Creative Commons License photo credit: heartbeaz


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