Wie läuft die WM-Vorbereitung beim Gastgeber?
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Wie läuft die WM-Vorbereitung beim Gastgeber?

28. April 2010

Ungefähr so sind die Trainingsverhältnisse für Nordkorea und Südafrika in Deutschland.

Ungefähr so sind die Trainingsverhältnisse für Nordkorea und Südafrika in Deutschland.

Einen äußerst merkwürdigen Bericht von einem Testspiel zweier WM-Teilnehmer 2010 in Südafrika liefert die FAZ. Um genau zu sein sogar ein Testspiel vom WM-Gastgeber selbst, Südafrika natürlich, und dem wohl dubiosesten, mysteriösesten Team, das an der WM teilnehmen wird: Nordkorea. Wie jeder weiß liegt das Dubiose und Mysteriöse im Punkte Nordkorea weniger an den Fußballern selbst, als daran, wie das Trainerteam, der Fußballverband und nicht zuletzt die Politik ihr Team nach außen verkaufen: möglichst gar nicht und möglichst abgeschottet.

Dass die Nordkoreaner nun doch immerhin ein Testspiel (“auf deutschem Boden”) in Mitteleuropa veranstalteten, überrascht daher. Weniger überrascht, wie Nordkorea fußballerisch dort auftrat, wenn man sich mit der Historie des Fußballs auskennt und der Zeit, die Informationen von z. B. England oder Brasilien bis nach Nordkorea in diesem Metier unterwegs sind, bewusst ist:

Ein etwas übergewichtiger Spieler namens Ri Jun-il interpretierte in einer nur auf Schadensbegrenzung ausgerichteten Fünferabwehrkette den Libero auf denkbar traditionelle Weise.

Weshalb angesichts der nicht vorhandenen Spielstärke der Auswahl Südafrikas das Resultat eigentlich schon vorher festgestanden hatte – 0:0 nämlich nach 90 mehr oder minder faszinierenden und vor allem minder aufschlussreichen interkontinentalen Fußballminuten. Dass sich Nordkorea mit offensichtlich nicht zur Weltelite gehörendem Fußball überhaupt für die WM qualifizieren konnte, legt den Schluss nahe, dass die Qualität im asiatischen Fußballverband nicht allzu hoch anzusiedeln ist.

Südkorea mit allerbester Vorbereitung im Halbfinale

In der Vergangenheit erreichte Südkorea zwar mal das Halbfinale, da hatte man aber a) Heimvorteil, b) den Trainerfuchs Guus Hiddink angestellt und c) ein halbes Jahr der Kasernierung und gut geplanter Testspiele Zeit, um vor allem läuferisch mit den Großen mithalten zu können. Der eine oder andere munkelt auch etwas von seltsamen Schiedsrichterentscheidungen, damit der Gastgeber eben länger im Turnier bleibe, aber mit etwas Wohlwollen kann man genau das eben unter “Heimvorteil” verbuchen.

Eine gute Vorbereitung haben weder Nordkorea noch Südafrika: beide finden zu dieser Zeit, da die Besten der Besten noch in Meisterschaften der europäischen Ligen aktiv sind und die Europapokale noch laufen, keine geeigneten Testgegner, um sich weiterzuentwickeln oder auch einfach nur realistischen einschätzen zu können.

Keine Testspielgegner verfügbar

Nach der Leistung in diesem Testspiel zu beurteilen können beide Teams, Südafrika in Gruppe A sogar als Gruppenkopf, die armen Nordkoreaner in der “Todesgruppe” mit Brasilien, Elfenbeinküste und Portugal ziemlich schnell einpacken. Und nach Hause fliegen. Letzteres allerdings nur die Nordkoreaner.

Die Südafrikaner sind ja schon da.


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