Ostern in Ägypten
3. April 2010| Tweet |
Obwohl über 90 % der Bevölkerung dem muslimischen Glauben angehört, wird Ostern in Ägypten gefeiert. Es sind die christlichen Kopten, die die Ostertraditionen in dem nordafrikanischen Staat erhalten haben. Diese gehen allerdings bis in die Zeit der Pharaonen zurück.
Früher dominierten die Christen
Früher war die christliche Religion dominierend. Erst im 7. Jahrhundert hielt der Islam Einzug. Daher reichen die Ostertraditionen sogar in die Zeit der Pharaonen zurück. Heute ist Ägypten ein islamischer Staat. Angehörige anderer Religionen werden toleriert. Der größte Teil der anderen Religionen in Ägypten wird von den Kopten bestimmt. Die Kopten sind Angehörige der Orthodoxen Kirche.
Ostern fällt auf ein anderes Datum
Zwar wird Ostern auch in Ägypten im Frühjahr gefeiert, aber es fällt nicht auf das gleiche Datum, wie das westliche Osterfest. Das liegt daran, dass die Kopten sich am julianischen Kalender orientieren. Allerdings wird die Auferstehung von Jesus immer an einem Sonntag gefeiert.
Die Feierlichkeiten beginnen am Palmsonntag
Die Messe am Palmsonntag wird traditionell mit der ganzen Familie besucht. Jeder Messeteilnehmer bringt Palmzweige mit in die Kirche. Mit diesen Zweigen werden religiöse Symbole gelegt. Auch Brot und Wein wird zu den Kirchen gebracht, um an das Abendmahl zu erinnern. Nach dem Gottesdienst gibt es eine feierliche Prozession. Es gibt eine Segnung. Die Palmzweige werden dann mit nach Hause genommen und dort aufgehängt oder ans Kreuz gesteckt.
In der Woche bis Ostern
Die Zeit zwischen Palmsonntag und Gründonnerstag wird auch als Gebetswoche bezeichnet. Den ganzen Tag und auch am Abend werden Gebete abgehalten. Die Gebete, die gesprochen werden dürfen sind ganz genau bestimmt. So ist es zum Beispiel absolut verboten, Begräbnisgebete zu sprechen. Das gilt auch, wenn in dieser Zeit ein Kopte stirbt. Am Palmsonntag wird ein Begräbnisgebet gesprochen, das stellvertretend mit den Palmzweigen, für eventuelle Beerdigungen steht.
Gründonnerstag und Karfreitag
Am Gründonnerstag wird an Jesus und seine Jüngern mit der Fußwaschung erinnert. Später wird zusammen, mit der Anlehnung an das heilige Abendmahl, gegessen.
Der Karfreitag ist ein trauriger Tag. Es wird gesungen. Die Lieder klingen allerdings nicht fröhlich, sondern eher traurig und flehend. Später wird eine Ikone und ein Kreuz niedergelegt. Es liegt auf einem Teppich aus Blumen und Gewürzen.
Das Osterfest
Die Nacht zum Ostersonntag wird gemeinsam in der Kirche verbracht. Es wird gebetet und gesungen. Abschnitte aus der Bibel werden vorgelesen und man sieht mit großer Freude der bevorstehenden Auferstehung entgegen. Für die koptischen Christen ist diese Osternacht von großer Bedeutung.
Die Ostermesse beginnt gemäßigt. Auffällig ist, dass die Türe des Hauptaltars geschlossen ist. Sie öffnet sich erst mit der Erinnerung an die Auferstehung. Die Kirche ist mit weißen Fahnen dekoriert, als Zeichen der Auferstehung. Während der Messe betritt eine Gruppe Geistlicher die Kirche. Dabei werden weiße Fahnen geschwenkt und Ikonen getragen.
( Carina Tietz )
Foto: ©rohavideo – www.pixelio.de
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Schlagworte: 7. Jahrhundert, ägyptisches Ostern, julianischer Kalender, Muslime, orthodoxe Kirche, Ostern, Ostern Ägypten, Palmzweig, Pharao




