Ostern in Nigeria
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Ostern in Nigeria

30. März 2010

Ostern in Nigeria: Ohne Hase und Eier

Ostern in Nigeria: Ohne Hase und Eier

Ostern ist eines der höchsten Feste in Afrika. Das ist kein Wunder, denn über 150 Millionen Afrikaner sind Christen. Trotzdem wird es nicht in jedem afrikanischen Land auf die gleiche Art gefeiert. In Nigeria ist das Osterfest eines der Höhepunkte des Jahres. Wer die Ostermesse besuchen will, der muss geduldig sein, denn diese kann unter Umständen mehrere Stunden dauern. Lesen Sie hier, wie man in Nigeria das Osterfest feiert.

Nigeria ist ein armes Land
Die Ungerechtigkeit der Diktatoren hat Nigeria geprägt. Die Folgen sind eine entsetzliche Armut, sehr schlechte medizinische Versorgung und katastrophale soziale Zustände. Der Glaube ist daher für die Menschen sehr wichtig. Jesus ist ihr Heiland, da er selbst gedemütigt und gekreuzigt wurde. Die nigerianischen Christen identifizieren sich mit Jesus.

Die Feierlichkeiten beginnen am Palmsonntag
Das Osterfest in Nigeria beginnt schon am Palmsonntag. Der Palmsonntag ist der letzte Sonntag vor dem Osterfest. Er wird auch als der letzte Sonntag vor der Passionszeit bezeichnet. Schon morgens strömen die Menschen in die Kirchen. Die heilige Messe dauert mindestens 4 Stunden. Das Highlight des Tages ist die spätere Prozession. Die Menschen ziehen durch die Straßen und wedeln mit Palmzweigen. Dazu wird gesungen und getanzt. Der Fußmarsch geht über mehrere Kilometer. Mit den Feierlichkeiten am Palmsonntag wird die Karwoche eingeleitet. Sie soll dazu dienen, noch einmal über Jesus und seine Kreuzigung nachzudenken. Durch Gebete bedanken sich die Nigerianer bei Jesus.

Karfreitag und Ostersamstag
Am Karfreitag kommen die Menschen nicht nur in den Kirchen zusammen. Auch die Familien besuchen sich gegenseitig, um das Osterfest gemeinsam zu feiern. Viele Verwandte aus den Dörfern nehmen lange Fußwege auf sich, um Ostern bei der Familie zu sein.
Der Ostersamstag ist der traurigste Tag. Alle Gläubigen besuchen den ganzen Tag die Kirchen. Vereinzelt gibt es Gottesdienste. Es wird nicht gelacht und es darf nur schwarze Kleidung getragen werden. Damit wir an Jesus´ Kreuzigung und seinen Tod erinnert. Überall ist es seltsam ruhig. Es gibt keine Musik und auch die traditionellen Trommeln schweigen.

Ostersonntag und Ostermontag
In der Nacht vom Ostersamstag auf Ostersonntag ändert sich die Stimmung schlagartig. Die Trommeln erklingen wieder. Auch andere Musikinstrumente werden laut gespielt. Die Frauen tragen lange weiße Kleider. Selbst Männer und Kinder sind weiß gekleidet. Die Osternachtsfeier soll Freude verbreiten und an die Auferstehung erinnern. Traditionell wird in der Nähe von Kirchen und Gebetsstätten das Osterfeuer entzündet. Es wirkt zum Teil mythisch, da es in vielen Dörfern dunkel ist, weil es kein elektrisches Licht gibt.
Zum Mittagessen geht man nach Hause und feiert gemeinsam mit der Familie. Am Ostermontag finden noch vereinzelte Messen statt. Dieser Tag wird häufig im Kreise der Familie verbracht.

( Carina Tietz )
Foto: © klingels –www.pixelio.de


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