Mit der Lok durch Angola
24. März 2010| Tweet |
Ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg hat Angola einst schwer geprägt. Diese Zeiten sind längst vorbei. Das Land am afrikanischen Ozean erlebt einen regelrechten Wirtschaftsboom. Davon profitiert auch Joaquim Mohebe. Er hat eine alte Dampflok wieder in Gang gebracht und somit die Benguela-Bahnlinie wieder zum Leben erweckt. Die Arte-Reportage-Reihe „360° – Geo“ hat die Bahn auf ihrem Weg durch Angola begleitet.
Ein Land im Umbruch
Angola schaffte nach dem Bürgerkrieg einen schnellen Umbruch. Das einst zerstörte Land erlebt heute einen wirtschaftlichen Aufschwung, von dem andere afrikanische Länder nur träumen können. Der Ölpreis trägt maßgeblich dazu bei. Die Ölförderung kurbelt die wirtschaftliche Entwicklung der Hauptstadt Luanda kräftig an. Im Hinterland sieht es dagegen ganz anders aus. Noch immer sind viele Gebiete zerstört oder haben kaum Zugang zur Außenwelt. Die Wiedereröffnung der Benguela-Bahnlinie soll auch die abgelegenen Gebiete zum Aufschwung verhelfen.
Joaquim Mohebe ist seit 50 Jahren Bahn-Inspektor
Ein Leben ohne seine Dampflok und ohne die Benguela-Eisenbahn kann sich Joaquim Mohebe nicht mehr vorstellen. Er ist mit Leib und Seele Bahn-Inspektor. Als während des Bürgerkrieges alle Lokomotiven verbrannt und zerstört wurden, hatte er nur ein Ziel: Er wollte die Lokomotiven wieder instandsetzen. Das ist ihm gelungen, aber der Bahnbetrieb läuft trotzdem nur schleppend wieder an.
Ein schlechtes Schienennetz
Die reparierten Züge und Waggons sind nur notdürftig wieder in Gang gebracht wurden. Sie sind verfallen und bräuchten dringend eine gründliche Sanierung. Immer wieder kommt es zu Unterbrechungen des Bahnbetriebes, weil das Schienennetz völlig kaputt und veraltet ist. Zudem macht der Mangel an Ersatzteilen der Benguela-Bahn schwer zu schaffen. Das soll sich schnellstens ändern, denn schließlich war die Eisenbahn einmal der größte Arbeitgeber des Landes.
Angola und die Eisenbahn
Im Jahre 1903 begann man mit dem Bau der Eisenbahn. Ihre Fertigstellung brachte Hoffnung in viele Landesteile. 1300 Bahnkilometer verbinden den Atlantischen Ozean mit der Demokratischen Republik Kongo. Früher gab es von dort aus Zugverbindungen an die Küste des indischen Ozeanes und nach Tansania. Eine funktionierende Eisenbahnlinie ist für Angola sehr wichtig, denn während des Bürgerkrieges wurden Felder vernichtet und Bauern vertrieben. Seither leiden die Menschen an Hungersnot. Über 60 % der Lebensmittel müssen importiert werden. Damit diese auch in die armen Regionen gebracht werden können, ist eine funktionierende Eisenbahnlinie sehr wichtig.
TV-Tipp: „360° – Geo-Reportage – Mit der Lok durch Angola“ am 27. März 2010 um 19:30 Uhr bei ARTE ( Wiederholung am 1. April um 8:00 Uhr) http://www.arte.tv/de/
( Carina Tietz )
Foto: © Elheim – www.pixelio.de
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Schlagworte: Angola, ARTE, Bahn, Eisenbahn Afrika, Lok, Mit der Lok durch Angola, TV-Tipp




