Der Skandal um Togo
3. Februar 2010| Tweet |
Nach dem Turnier folgt der Skandal. Die CAF, also der afrikanische Fußballverband, hat Togo für die nächsten zwei Afrika-Cups von einer Teilnahme ausgeschlossen. Die allermeisten Sportverbände, nicht nur im Fußball, handeln derart, dass sie eine Einmischung von außen in die innersportlichen Angelegenheiten, für den der jeweilige Landessportverband die alleinige Hoheitsgewalt haben soll, mit einem Ausschluss des betreffenden Landes von einem Wettbewerb oder ähnlich drastischen Maßnahmen bestrafen. Und das ist drastisch, denn dieser Sportverband hat ja im Grunde gar keinen anderen Zweck als dafür zu sorgen, dass Sportler aus dem eigenen Land oder Kontinent an einem nur dafür gedachten Wettbewerb teilnehmen können.
Wir erinnern uns alle noch an die traurigen Anschläge in Cabinda, die mit gewissen Maßnahmen auch hätten verhindert werden können, aber das soll hier nicht das Thema sein. Zwei Tote aus dem Team aus Togo gab es zu beklagen, und obwohl nur wenige Stunden nach diesen Vorfällen die Spieler Togos sich zu einer Teilnahme am Afrika-Cup in Angola bereit erklärten, kam es dazu nicht.
Der Präsident, also der politische Präsident, nicht der Präsident des togolesischen Fußballverbandes, befahl seinen Leuten die Rückkehr nach Togo und somit auf eine Teilnahme zu verzichte. Das geböte der Anstand und die nötige Trauer, die man nach solchen Morden durchleben müsse.
Die Reaktion der CAF war nun, Togo dafür für zwei Afrika-Cups zu sperren, denn hier hatte ein Nicht-Sport-Funktionär in die sportlichen Belange seines Teams eingegriffen. In Fällen, in denen allzu eifrige Politiker Nationaltrainern gerne in die Aufstellung hineinreden möchten, mag diese Regelung sinnvoll sein. Hier ging es um etwas ganz Anderes, nämlich Todesfälle nach einem Anschlag.
Dass die CAF nun auf dieser Regelung beharrt, lässt sich durchaus auch mit der Nähe des afrikanischen Fußball zur FIFA und seinem afrika-liebenden Präsidenten Sepp Blatter erklären. Und Sepp, das weiß man, liebt Afrika nicht, weil es so ein schöner Kontinent ist, sondern weil es dort so viele Stimmen für seine Wiederwahl als FIFA-Präsident zu holen gibt.
Eine solche Auseinandersetzung nun auf den toten Körpern von zwei Anschlagsopfern auszutragen, ist allerdings mehr als geschmack- und pietätlos. Und man darf sich sicher sein, dass es bei einem mächtigeren Verband als jenem aus Togo niemals zu einer solchen Sperre gekommen wäre. Eine Europameisterschaft ohne Deutschland, ohne Frankreich, ohne Italien? Undenkbar.
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Schlagworte: Afrika-Cup, Angola, Anschläge, CAF, FIFA, Präsident, Sperre, Sportverband, Togo



