Angola: Erdöl, Landminen, Bildung, Fußball
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Angola: Erdöl, Landminen, Bildung, Fußball

28. Januar 2010

Perfides Überbleibsel des Bürgerkriegs in Angola: eine Landmine.

Perfides Überbleibsel des Bürgerkriegs in Angola: eine Landmine.

Was es bedeutet, wenn in Afrika so etwas wie eine Nationalität existiert, veranschaulicht diese Karte der verschiedenen Stammesgruppen, die in Angola leben. Nun ist an dieser Stelle leider nicht klar, ob es nicht vielleicht doch gewissen Verwandtschaft zwischen diesen Stämmen gibt, die eine Nationalität im europäischen Sinne ermöglichen würde. Es würde ja auch niemand bezweifeln, dass Sachsen mit Hessen mit Westfalen mit Bayern in einem Staat leben und trotzdem eine gemeinsame Identität haben können. Es ist aber eher nicht davon auszugehen, dass dies in Angola auch nur annähernd so sein könnte, denn nicht umsonst dauerte der Bürgerkrieg in Angola von 1975, als Portugal die ehemalige Kolonie in die Unabhängigkeit entließ, bis 2002, einem Zeitpunkt, an dem Südafrika z. B. schon lange als gefestigte Demokratie quasi bei den Industrienationen angekommen war.

Folgen des Bürgerkriegs überall sichtbar

Dieser Bürgerkrieg hat seine Spuren hinterlassen, nicht nur auf den Seelen der Beteiligten, der Hinterbliebenen und allen Betroffenen, sondern auch ganz real und physisch im Lande. So ist es bis heute Kindern verboten, ungemähte Wiesen zu betreten: Zu deutlich ist der Hinweis, dass sich dort aller Voraussicht nach ganz besonders perfide Hinterlassenschaften des Bürgerkriegs befinden: Landminen. Noch zuletzt gab es über 100 Tote und 200 Verletzte pro Jahr durch diese herrenlosen Waffen. Um die größeren Städte herum sind die meisten Gebiete von Minen gesäubert, auf dem Land in Angola ist die Situation aber weiterhin gefährlich. Man mag ansonsten und musikalisch von ihm halten, was man will: Sein Engagement gegen Landminen ist unstrittig eine gute Idee von Paul McCartney.

Angola ist Afrikas größter Erdöl-Produzent

Im Gebiet von Cabinda finden sich riesige Ölvorkommen, so dass Angola Nigeria mittlerweile als größten Erdöllieferanten Afrikas abgelöst hat. Und eigentlich müsste das Land insgesamt auch davon profitieren, doch die Armut bleibt weiterhin bitterlich, und Profiteure sind nur einige wenige Mitglieder der Elite Angolas. Selbst finanziell wesentlich schwächere Länder als Angola haben es geschafft, flächendeckend zumindest Grundschulen einzurichten. Nicht aber Angola, wo viele Kinder auch keinen Sinn darin sehen, zur Schule zu gehen. Vielmehr müssten sie ihren Eltern dabei helfen, den Lebensunterhalt zu verdienen.

Zwar nur am Rande ein Thema, wenn man sich mit solchen Fragen beschäftigt: Klar, dass es auch keinen geregelten Fußballbetrieb für Kinder und Jugendliche in Angola gibt. Gerade mal 2 (!) Vereine betreiben dies regelmäßig und einigermaßen professsionell, 2 Vereine bei 12 Millionen Einwohnern. Natürlich hat man auf dem Land keine Chance, je einen richtigen Fußball zu besitzen oder tatsächlich bis nach Europa zu gelangen, wenn man nicht außerordentliches Glück hat.

Fußballschulen für ein bisschen Bildung

Die Kinder gehen auch deshalb nicht oder nur selten zur Schule, weil sie lieber Fußball spielen in ihrer Freizeit. Das, immerhin, kann man nachvollziehen, allerdings sollte Schulpflicht für die ganz basalen Dinge wie Lesen, Schreiben und ein bisschen Rechnen mittlerweile weltweit Standard sein. Sind sie aber nicht, wie erwähnt, in Angola ist den Eltern auch lieber, wenn die Kinder helfen, statt zur Schule zu gehen.

Und so haben sich ein paar schlaue Menschen in Angola etwas Cleveres ausgedacht und aus einigen Schulen sog. Fußballschulen gemacht. Diese sind natürlich nicht darauf angelegt, aus den Kindern Profis zu machen, sondern sie in den Unterricht zu locken, um anschließend gemeinsam Fußball zu spielen.

Creative Commons License photo credit: kyle simourd


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