Angola: Erdöl, Landminen, Bildung, Fußball
28. Januar 2010| Tweet |
Folgen des Bürgerkriegs überall sichtbar
Dieser Bürgerkrieg hat seine Spuren hinterlassen, nicht nur auf den Seelen der Beteiligten, der Hinterbliebenen und allen Betroffenen, sondern auch ganz real und physisch im Lande. So ist es bis heute Kindern verboten, ungemähte Wiesen zu betreten: Zu deutlich ist der Hinweis, dass sich dort aller Voraussicht nach ganz besonders perfide Hinterlassenschaften des Bürgerkriegs befinden: Landminen. Noch zuletzt gab es über 100 Tote und 200 Verletzte pro Jahr durch diese herrenlosen Waffen. Um die größeren Städte herum sind die meisten Gebiete von Minen gesäubert, auf dem Land in Angola ist die Situation aber weiterhin gefährlich. Man mag ansonsten und musikalisch von ihm halten, was man will: Sein Engagement gegen Landminen ist unstrittig eine gute Idee von Paul McCartney.
Angola ist Afrikas größter Erdöl-Produzent
Im Gebiet von Cabinda finden sich riesige Ölvorkommen, so dass Angola Nigeria mittlerweile als größten Erdöllieferanten Afrikas abgelöst hat. Und eigentlich müsste das Land insgesamt auch davon profitieren, doch die Armut bleibt weiterhin bitterlich, und Profiteure sind nur einige wenige Mitglieder der Elite Angolas. Selbst finanziell wesentlich schwächere Länder als Angola haben es geschafft, flächendeckend zumindest Grundschulen einzurichten. Nicht aber Angola, wo viele Kinder auch keinen Sinn darin sehen, zur Schule zu gehen. Vielmehr müssten sie ihren Eltern dabei helfen, den Lebensunterhalt zu verdienen.
Zwar nur am Rande ein Thema, wenn man sich mit solchen Fragen beschäftigt: Klar, dass es auch keinen geregelten Fußballbetrieb für Kinder und Jugendliche in Angola gibt. Gerade mal 2 (!) Vereine betreiben dies regelmäßig und einigermaßen professsionell, 2 Vereine bei 12 Millionen Einwohnern. Natürlich hat man auf dem Land keine Chance, je einen richtigen Fußball zu besitzen oder tatsächlich bis nach Europa zu gelangen, wenn man nicht außerordentliches Glück hat.
Fußballschulen für ein bisschen Bildung
Die Kinder gehen auch deshalb nicht oder nur selten zur Schule, weil sie lieber Fußball spielen in ihrer Freizeit. Das, immerhin, kann man nachvollziehen, allerdings sollte Schulpflicht für die ganz basalen Dinge wie Lesen, Schreiben und ein bisschen Rechnen mittlerweile weltweit Standard sein. Sind sie aber nicht, wie erwähnt, in Angola ist den Eltern auch lieber, wenn die Kinder helfen, statt zur Schule zu gehen.
Und so haben sich ein paar schlaue Menschen in Angola etwas Cleveres ausgedacht und aus einigen Schulen sog. Fußballschulen gemacht. Diese sind natürlich nicht darauf angelegt, aus den Kindern Profis zu machen, sondern sie in den Unterricht zu locken, um anschließend gemeinsam Fußball zu spielen.
photo credit: kyle simourd
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Schlagworte: Afrika-Cup, Angola, Elite, Erdöl, Fußball, Grundschule, Landminen, Nigeria, Paul McCartney, Schulpflicht




