Das Hemd von Nelson Mandela
9. Dezember 2009| Tweet |

Nelson Mandela in einem seiner Madiba-Hemden.
Seit 1994 ist er nicht mehr Präsident von Südafrika, bleibt aber so etwas wie die höchste repräsentative Instanz der jungen Demokratie.
Viele Aspekte seiner Biografie sind bekannt, oder auch bei Wikipedia nachzulesen. Wir beschäftigen uns heute allerdings mit einem Detail seines Auftretens, das einerseits allen bekannt, weil allzu offensichtlich, andererseits im Einzelnen eher unbekannt sein dürfte: Die Hemden, die Mandela trägt! Ja, es gibt dazu so viel zu sagen, dass wir dem Ganzen einen eigenen Beitrag widmen.
Er trägt nämlich immer die selbe Art von Hemden, die den Namen seines Clans tragen: “Madiba”. Denn auch wenn sie alle Bewohner des selben Landes sind und somit nach unserem Verständnis die selbe Nationalität haben: Wichtig sind im ganzen zentralen und südlichen Afrika immer noch die so genannten Clans, etwas größer als Familienbande, würde man es auf deutsch wohl mit “Stamm” übersetzen, aber da das so sehr nach Kolonialzeit und nach Ureinwohnern klingt, übersetzt man es auf deutsch wohl lieber nicht und bleibt bei “Clan”.
Madiba-Hemd
Sein Clan bildet also den Ausgang dieser Madiba-Hemden, die er immer und überall trägt (wahrscheinlich auch nachts). Produziert werden diese von einem kleinen Fashion-Designer im Zentrum von Johannesburg. Sonwabile Ndamase heißt der Mann, der es dank der Popularität der von ihm für Nelson Mandela gestalten Hemden vom Gelegenheitsdesigner zu einem gefragten Ausstatter für die – schwarzen – Granden der südafrikanischen Politik und Kultur geschafft hat.
1990 erhielt er einen Anruf von Nelson Mandela, der kurz zuvor aus der Gefangenschaft entlassen worden war. Der Kontakt existierte, weil Ndamase bereits einige Kleidungsstücke für eine Tochter von Mandela geschneidert hatte. Mandela wollte etwas, was er sowohl bei offiziellen Anlässen als auch im privaten Bereich tragen könne. Die Entscheidung für diese Hemden lag dann bei Mandela, der auch entschied, das Hemd “pur” und somit ohne Jacket oder Sakko zu tragen, denn ursprünglich hatte Ndamase auch noch eine Vielzahl an Kombinationen zur Auswahl gegeben.
Mixtur zwischen westlichem Stil und afrikanischen Mustern
Der Stil des Hemds ist ganz ähnlich denen von Hawaii-Shirts, allerdings seien diese eher für Touristen gedacht, während in Südafrika mittlerweile viele Einheimische, auch höhere Manager und Politiker diese Hemden tragen. Es kombiniert eine westliche Form mit afrikanischen Mustern und ist deshalb so einzigartig.
Inzwischen hat der kleine Schneider Hunderte solcher Hemden an Mandela geliefert, der diese gerne auch als Gastgeschenk an andere Staatsleute weiterverschenkt. Dass jemand aber mal damit bei einem Auftritt gesehen worden wäre, ist bislang nicht überliefert.
Und weil nach Mandela noch weitere schwarze Politiker folgten und folgen werden, wird Ndamase wohl noch lange gut gefüllte Auftragsbücher vorweisen können. So gilt beispielsweise Jacob Zuma, der aktuelle Präsident Südafrikas, als äußerst eitel und hat auch schon bei ihm bestellt. Nicht umsonst nennt man ihn den “Berlusconi Afrikas” – auch dieser ist schließlich trotz seiner 72 Jahre noch äußerst eitel.
photo credit: South Africa The Good News
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