Die Gruppen der WM 2010 in Südafrika
4. Dezember 2009| Tweet |

Auch Deutschland wird sich mit den Känguruhs auseinandersetzen müssen. Bzw. mit den Socceroos, wie die australischen Nationalspieler genannt werden.
Die Auslosung ist durch, Charlize Theron hat sogar das Fernduell gegen Heidi Klum gewonnen, es war äußerst spannend, nur Bela Rethy, der alte Sack, kam ein wenig durcheinander, als die deutschen Gegner ausgelost wurden. So verortete er Uruguay schon in der deutschen Gruppe D, welches aber letzlich in Gruppe A zum Gastgeber Südafrika wanderte. Naja, Bela, macht nix, man kann ja nicht alles wissen, schon gar nicht, wenn man extra vom ZDF dafür und für nix anderes nach Kapstadt geschickt wird. Wie gesagt, macht nix, hätten wir CNN statt ZDF geschaut, wäre uns dieser Ärger erspart geblieben, insofern muss man sagen: selbst schuld. Also wir jetzt.
Die Gruppen-Auslosung im Waterfront-Viertel von Kapstadt ist also – trotz zweier Bombendrohungen – erfolgreich über die Bühne gegangen. Schauen wir zunächst, was dabei herausgekommen ist:
Gruppe A
Südafrika
Mexiko
Uruguay
Frankreich
Gruppe B
Argentinien
Nigeria
Südkorea
Griechenland
Gruppe C
England
USA
Algerien
Slowenien
Gruppe D
Deutschland
Australien
Serbien
Ghana
Gruppe E
Niederlande
Dänemark
Japan
Kamerun
Gruppe F
Italien
Paraguay
Neuseeland
Slowakei
Gruppe G
Brasilien
Nordkorea
Elfenbeinküste
Portugal
Gruppe H
Spanien
Schweiz
Honduras
Chile
Es gibt sie also wieder, die Hammer- bzw. Todesgruppe. Diesmal ist es definitiv, und da können wir uns ein leichtes Grinsen nicht verkneifen, die Gruppe G, die von Brasilien angeführt wird. Mit Portugal und der Elfenbeinküste hat Brasilien zwei der schwersten Gegner überhaupt bei dieser WM zugelost bekommen, die in den Töpfen 2, 3 und 4 waren. Was man von Nordkorea halten soll, weiß man nicht genau, die Überflieger werden sie nicht sein, sonst wären sie anders durch die Asien-Qualifikation marschiert. Aber ein Stolperstein könnten sie sein. Jeder kann in dieser Gruppe Pech haben und ausscheiden, und was zum ersten Mal seit Langem zutrifft: Das gilt auch für Brasilien. Yeah!
Die leichteste Gruppe hat Italien erwischt, mit dem zwar nicht zu unterschätzenden, dennoch irgendwie immer biederen Paraguay und zwei weiteren Gegnern, die eher zu den schwächsten in ihren Töpfen gehörten: Neuseeland und die Slowakei. Auch wenn die Slowakei zuletzt in den Playoffs Russland eliminierte – Neuseeland gilt als so schwach wie kaum ein anderes Team, Honduras vielleicht noch. Sollte Italien in dieser Gruppe ausscheiden, dann wäre aber mal wirklich Land unter am Stiefel.
Die deutsche Gruppe hingegen ist mittelschwer, was für deutsche Verhältnisse schon etwas Neues ist. Zumeist wurde man in leichte Gruppen gelost, seit 1954, seit Vorrundengruppen bestehen, gab es nur ein einziges Mal eine wirklich schwierigere Gruppe zu bewältigen. Das war 1986 bei der WM in Mexiko, als man gegen Schottland, Dänemark und Uruguay antreten musste. Gegen Dänemark verlor man, kam aber trotzdem weiter und am Ende sogar bis ins Finale.
Deutschlands Gruppe D
Heute, 2010, heißen die Gegner Australien, Serbien und Ghana.
Australien ist längst nicht mehr mit dem Australien von 1974 zu vergleichen, gegen welches man bei der WM 1974 in Deutschland antrat. Viele Spieler der Australier sind in der englischen Premier League zu Hause, welche durchaus an Spielstärke mit der Bundesliga zu vergleichen ist. Zudem haben sie mit einem holländischen Trainer einen Mann vom Fach an der Seitenlinie, der noch dazu heute verkündete, als Holländer wisse er, wie man Deutschland schlage.
Serbien hat seine Qualifikations-Gruppe noch vor Ex-Weltmeister und Finalist von 2006 Frankreich abgeschlossen (sonst wäre Frankreich ja nicht in den unsäglichen Playoffs gewesen, in welchen sie Irland nur durch ein Handspiel von Thierry Henry ausschalten konnten) und ist der Nachfolger von Jugoslawien. Ob nun Kroatien, Serbien oder “Jugoslawien”: Die Jungs vom Balkan sind immer schon äußerst spielstark gewesen. Man weiß eigentlich nicht so genau, was ihnen mal zum großen Wurf gefehlt hat. Hoffen wir, dass ihnen dieses fehlende Element nicht gerade in der Vorrunde gegen Deutschland einfällt.
Ghana ist für deutsche Fußballverhältnisse zwar ein relativ unbeschriebenes Blatt, nicht aber international. Immer wieder machen deren U20-, U21-, und Olympia-Teams mit großen Erfolgen auf sich aufmerksam. In einer Gruppe mit Tschechien und den USA erreichte Ghana bei der WM 2006 das Achtelfinale. Gleichzeitig ist es auch so, dass Deutschland eher selten größere Probleme mit schwarzafrikanischen Mannschaften hat oder hatte, da sieht es bei Nordafrika schon ganz anders aus. Aber: Ghana ist genauso wenig wie die anderen beiden Teams zu unterschätzen.
Gegen alle drei kann man an schlechten Tagen und sogar auch an mittelguten Tagen verlieren. Ein Ausscheiden liegt im Bereich des Möglichen, während gleichzeitig keiner dieser Gegner so stark ist, dass man nicht auch 9 Punkte und somit 3 Siege erringen könnte.
“Losglück” allerdings sieht anders als Australien, Serbien und Ghana.
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