Der Nikolaus in Afrika
4. Dezember 2009| Tweet |

Gibt es den Nikolaus in Afrika?
Am Sonntag macht sich der heilige Nikolaus wieder auf den Weg zu den Kindern. Er lebte einst in Myra im 3. und 4. Jahrhundert nach Christus und gilt als Schutzpatron der Seeleute. In Deutschland warten die Kinder jetzt schon gespannt auf den Nikolaus. Doch was ist in Afrika? Ist der Freund aller Kinder dort auch bekannt?
So bekannt wie bei uns in Deutschland ist der Nikolaus in Afrika nicht. Dabei stammte der Kapitän und das Schiff, welches mit Korn beladen war, aus Ägypten. Der Legende nach soll es die Menschen in Myra gerettet haben. Sie waren von einer Hungersnot bedroht und freuten sich, als das große Kornschiff in den Hafen einfuhr. Der ägyptische Kapitän weigerte sich zunächst die Kornsäcke abzuladen. Erst als Nikolaus auf ihn einredete, war er bereit den hungernden Menschen in Myra zu helfen.
Das Schiff geriet auf dem Rückweg nach Ägypten in Seenot. Der Wind war sehr heftig und der Kapitän hatte die Kontrolle über das Schiff verloren. Plötzlich soll Nikolaus hinter dem Steuer gestanden haben. Er schaffte es, das Schiff sicher zurück in den Hafen zu lenken. Seither gilt Nikolaus als Schutzpatron der Seeleute.
Den wenigen Christen in Ägypten scheint dies egal zu sein. Nikolaus wird hier nur in den vielen europäischen Gemeinden und Schulen gefeiert und zwar ganz klassisch nach europäischem Brauch. Nikoläuse aus Plastik und Schokolade findet man dagegen auch in Kairo und Alexandria. Hier dienen sie aber eher als Werbemittel, um kauffreudige Touristen anzulocken.
Auch in Kenia, Südafrika, Botswana, Namibia und Mosambik findet man Weihnachtsmänner in den Städten. Äußerlich unterscheiden sie sich nur wenig vom heiligen Nikolaus, aber die eigentliche Legende ist auch hier nur unter Einwanderern bekannt. Die feiern auf ihre Art und im kleinen Kreis das Nikolaus-Fest.
In den vielen deutschen Gemeinden in Afrika kommt der Nikolaus zu Besuch, um die Kinder zu beschenken. Die stellen am Abend vorher Stiefel und Teller vor die Türe und hoffen darauf, dass der Nikolaus sie über Nacht mit Geschenken und Süßigkeiten auffüllt.
Der Geschichte nach waren es niederländische Einwanderer, die die Nikolaustraditionen auf den afrikanischen Kontinent brachten. Das ist nicht verwunderlich, denn in den Niederlanden findet die Bescherung nicht zu Weihnachten statt, sondern lediglich am 6. Dezember.
In Südafrika ist eine Art Nikolaus unter den Xhosa-Völkern bekannt. Er ist mit einem Schlitten unterwegs, der von Rentieren gezogen wird. Am Heiligenabend liefert er überall Geschenke und Süßigkeiten ab. Die Xhosa-Kinder stellen Kekse und Milch vor die Türe. Diese sollen die Rentiere stärken, damit sie den Schlitten mit den vielen Geschenken ziehen können. Erst am nächsten Tag werden die abgelieferten Geschenke verteilt. Die Kinder ziehen zu diesem Anlass festliche Kleidung an und ziehen von Haus zu Haus, um die Geschenke in Empfang zu nehmen.
(Carina Tietz)
Foto: (c) Carina Tietz
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Schlagworte: Nikolaus, Nikolaus Afrika, Nikolaus Ägypten, Nikolaus Botswana, Nikolaus Kenia, Nikolaus Mosambik, Nikolaus Namibia, Nikolaus Südafrika, Xhosa




Liebe Carina Tietz,
für einen Artikel über den Nikolaus in Afrika würde ich gerne den obigen Artikel als Quelle benutzen. Woher kommen denn die Informationen? Ist es sicher, dass man den Nikolaus in Ägypten, Kenia, Südafrika, Botswana, Namibia und Mosambik kennt? Denn eine Freundin von mir wusste von einem FSJ in Zentralafrika, dass der Nikolaus in Mosambim zum Beispiel eher unbekannt ist…
Danke für die Antwort
Anja Kopf
Kommentar by Anja Kopf — 4. Dezember 2011 @ 18:57
Liebe Frau Kopf,
vielen Dank für Ihren Kommentar. Frau Tietz ist seit einiger Zeit nicht mehr bei uns im Team, daher kann ich Ihnen zu diesem Thema momentan keine weiteren Informationen geben.
Sollten Sie auf andere/abweichende Informationen stoßen, so freue ich mich, wenn Sie hier einen Kommentar hinterlassen.
Herzliche Grüße
Johannes Maurath
Kommentar by Johannes — 4. Dezember 2011 @ 22:30