Aufruhr im Township Sakhile bei Johannesburg
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Aufruhr im Township Sakhile bei Johannesburg

18. Oktober 2009

Während wir uns Sorgen um so profane Dinge machen, wie die Frage, ob sich die deutsche Nationalmannschaft direkt oder über die Playoffs für die WM qualifiziert, ob das Quartier der Mannschaft in Südafrika ausreichend Komfort bieten wird, um zu guten Leistungen bei der WM beizutragen, haben die Einwohner des Austragungslands ganz andere Sorgen: Wohnungen, Wasser und Hygiene — von allem gibt es zu wenig. Deshalb gehen die Bewohner der Townships nun auf die Straße und demonstrieren gegen ihre unmenschlichen Lebensumstände.

Die berichtenden Medien schreiben schon von “Szenen wie zu Apartheidszeiten”. Junge Schwarze protestieren auf den Straßen, dann kommt die Polizei und macht mit Gummigeschossen Jagd auf sie. Angeblich seien einige sogar bis in ihre Zimmer verfolgt worden. Neben dem Sakhile Township ist auch das Palm Ridge Gebiet in der Nähe von Johannesburg betroffen.

Hauptursache für die unverändert schlechte Situation in diesen Armenvierteln ist nach Einschätzung der Betroffenen die mannigfaltige Korruption bei den Verwaltungen. Aus diesem Grund zogen zuletzt 5.000 empörte Südafrikaner vor das Gebäude der Stadtverwaltung in Standerton. Die Polizei drängte sie zurück in ihre Viertel, dabei kam es zu Steinwürfen und weiterer Gewalt, über 60 Menschen wurden verhaftet, über 15 Menschen mussten verletzt ins Krankenhaus.

Die Menschen verlangten, dass sich Präsident Zuma ihrer Sache annehme, doch der ließ verlauten, dass er Wichtigeres zu tun habe und Gewalt ohnehin inakzeptabel sei. Vor seiner Wahl hatte Zuma noch bessere Schulen, Straßen sowie Elektrizität, sauberes Trinkwasser und eine bessere Gesundheitsversorgung versprochen. Die so geschürten Erwartungen verwandeln sich nun in Frustration. Und immer häufiger in Gewalt.


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