Der vorletzte Schritt nach Südafrika
2. Oktober 2009| Tweet |

Harte 90 Minuten stehen in Moskau bevor.
Bundestrainer Jogi Löw hat sein Aufgebot für das vorentscheidende Spiel in Moskau gegen Russland bekannt gegeben. Nicht wirklich überraschend, dennoch durchaus diskutabel, hat er weiterhin Torsten Frings von Werder Bremen nicht berücksichtigt. Nach der Erkrankung des noch nicht wieder genesenen Robert Enke hütet René Adler von Bayer Leverkusen das Tor als Stammtorwart, bzw. als Nummer Eins.
Weitere Diskussionen beschäftigen sich mit der erneuten Nominierung Cacaus, der von vielen als schwächer als der in der Bundesliga sehr erfolgreiche Stefan Kießling (ebenfalls Bayer Leverkusen) eingestuft wird. Jogi Löw wird eine gewisse Nähe zu Spielern, die bei süddeutschen Vereinen unter Vertrag stehen (oder dort ausgebildet wurden), nachgesagt. Manche nehmen an – da er selbst aus der Nähe von Freiburg stammt – dass hier ein gewisser Klüngel herrscht. Cacau ist sicher nicht zu den besten Stürmern der Bundesliga zu zählen, und es fällt schwer, die Nichtnominierung Kießlings nachzuvollziehen. Dennoch muss man dabei bleiben, dass der Bundestrainer nun mal entscheidet, auch wenn er Entscheidungen fällt, die dem einen oder anderen nicht schmecken.
Das gesamte Aufgebot, das das Ticket nach Südafrika zur WM 2010 erstreiten soll, liest sich wie folgt:
Tor Rene Adler (Bayer Leverkusen), Manuel Neuer (FC Schalke 04), Tim Wiese (Werder Bremen)
Abwehr Andreas Beck (1899 Hoffenheim), Jerome Boateng (Hamburger SV), Arne Friedrich (Hertha BSC), Philipp Lahm (FC Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg), Serdar Tasci (VfB Stuttgart), Heiko Westermann (FC Schalke 04)
Mittelfeld Michael Ballack (FC Chelsea), Christian Gentner (VfL Wolfsburg), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Sami Khedira (VfB Stuttgart), Marko Marin (Werder Bremen), Mesut Özil (Werder Bremen), Simon Rolfes (Bayer 04 Leverkusen), Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV)
Angriff Cacau (VfB Stuttgart), Mario Gomez (FC Bayern München), Miroslav Klose (FC Bayern München), Lukas Podolski (1. FC Köln)
Nach dem 8. Bundesligaspieltag am Freitag, Samstag und Sonntag wird die Nationalmannschaft und somit obige 24 Spieler zunächst in Mainz trainieren, weil sich dort ein Platz befindet, der genau den gleichen Kunstrasen als Belag hat wie jenes Stadion, in dem in Moskau schließlich die WM-Qualifikationspartie stattfinden wird. Im Interview mit der SZ baut Löw schon allen Alibis vor: Der Kunstrasen sei nun mal von der FIFA akzeptiert worden, das sei lange bekannt und könne somit nicht als Ausrede gelten. Man habe nun ausreichend Zeit, um sich darauf einzustellen. Wollen wir hoffen, dass das stimmt. Ein Sieg gegen Russland würde schon die direkte Qualifikation für Südafrika bedeuten, bei einem Remis stünden die Chancen bei einem anschließenden Sieg gegen Finnland immer noch bestens. Dass Jogi Löw auf Unentschieden spielen lässt, ist hoffentlich nicht anzunehmen, denn so etwas ist noch immer, wenn’s drauf ankam, nach hinten losgegangen.
Bemerkenswert an dieser Stelle: Seit der ersten Teilnahme 1934 hat Deutschland noch keine einziges WM-Qualifikationsspiel auswärts verloren (und nur zwei Heimniederlangen in all der Zeit einstecken müssen). Dennoch: Irgendwann ist immer das erste Mal. Hoffentlich nicht in Moskau, ausgerechnet.
photo credit: Punxutawneyphil
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