WM 2010: Auslosung findet in Kapstadt statt
30. September 2009| Tweet |

Waterfront in Kapstadt
Spannung am Kap
Die Auslosung ist ein erstes Highlight auf dem Weg nach Südafrika, bis endlich der Anstoß zur WM 2010 erfolgen kann. Im Dezember werden alle Qualifikationsrunden abgeschlossen sein. Nach einer Setzliste und nach Kontinentalverbänden vorsortiert werden die einzelnen qualifizierten Länder auf die Gruppen A bis H, deren Termine und Stadien schon feststehen, verteilt. Dabei kommt es immer wieder zu so genannten “Todesgruppen”, die man etwas weniger martialisch auch als “Hammergruppen” bezeichnen darf, in denen drei oder gleich vier sehr starke Teams zusammengelost werden. Da nur zwei die Vorrunde überstehen, heißt es für jeweils zwei hoch gehandelte Teams dann schon, nach der Vorrunde wieder aus Südafrika abzureisen.
Wie gut, dass man sich in Deutschland seltsamerweise um das Zulosen einer solchen “Todesgruppe” kaum eine Sorge machen muss. Bislang war es – natürlich auch aufgrund von Setzlisten – noch nie der Fall, dass Deutschland bei einer WM die Vorrunde nicht überstanden hätte.
Dass Deutschland bei erfolgreicher Qualifikation in Südafrika auf ein Team aus Europa, eines aus Südamerika und eines aus Asien oder Afrika treffen wird, steht bereits fest. Bei der WM 2006 waren die Gegner mit Polen (Europa), Costa Rica (Nordamerika) und Ekuador (Südamerika) noch anders, aber sicher nicht besonders schwierig verteilt.
Es stimmt, wie man so häufig liest, dass eine Weltmeisterschaft in der Vorrunde leichter ist als eine Europameisterschaft. Noch ist das fußballerische Niveau der anderen Kontinente abgesehen von den beiden Allzeit-Mitfavoriten Argentinien und Brasilien und einigen wenigen Ausreißern nach oben, wie Kamerun, mal Chile, mal die USA oder mal Nigeria, nicht durchgängig so hoch wie in den meisten europäischen Nationen. Und schon gar nicht so hoch wie bei jenen, die sich schließlich für eine Europameisterschaft qualifizieren. Das erklärt möglicherweise auch, wieso die deutsche Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften 2002 (Zweiter) und 2006 (Dritter) so gut abschnitt, während sie in derselben Phase bei Europameisterschaften (2000 und 2004) sang- und klanglos in der Vorrunde ausschied.
Deutsche für Losglück bekannt und beneidet
Nichtsdestotrotz hat Deutschland auch bei Weltmeisterschaften schon gegen eine afrikanische Mannschaft verloren (Algerien) oder nur 0:0-Unentschieden (Tunesien) gespielt und überhaupt darf man keine Mannschaft aus Südamerika schon von vorneherein abschreiben. Es wird also spannend bei der Gruppen-Auslosung im Dezember in Kapstadt, nicht zuletzt, um abschätzen zu können, ob Michael Ballack noch einmal eine realistische Chance auf einen internationalen Titel haben wird, ob es auch nach der WM 2010 in Südafrika noch mit Jogi Löw weitergehen wird (was bei Misserfolg unwahrscheinlich ist) und wie überhaupt die Nationen auf die beiden Turnierhälften aufgeteilt werden. Hierzulande erinnert man sich gerne an die WM 2002, als Deutschland in den Playoff-Runden dank günstiger Auslosung und günstiger anderer Ergebnisse über die fußballerischen Leichtgewichte Paraguay, USA und Südkorea ins Finale kam, um dort gleich gegen den ersten ernstzunehmenden Gegner mit 0:2 zu unterliegen.
Ein erstes echtes Highlight aus Südafrika steht uns also bevor, wenn am 4. Dezember in Kapstadt zur Auslosung der WM-Gruppen geschritten wird, an Spannung kaum zu überbieten.
photo credit: CollinsMphotography
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Schlagworte: Algerien, Argentinien, Auslosung, Brasilien, Chile, Dan Plato, Danny Jordaan, EM 2000, EM 2004, Gruppen, Jogi Löw, Kamerun, Kapstadt, Michael Ballack, Nigeria, Paraguay, Südkorea, Todesgruppe, Tunesien, USA, WM 2002, WM 2006, WM 2010




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