Torwart in Südafrika: Von Wiesbaden nach Mpumalanga
26. August 2009| Tweet |
Nach Rainer Zobel geht ein weiterer Deutscher im Fußball nach Südafrika. Diesmal gar ein noch aktiver Spieler, was die Angelegenheit noch bemerkenswerter erscheinen lässt. Thomas Richter heißt der den meisten auch hierzulande unbekannte Torhüter, der 1980 in Görlitz in der DDR geboren ist und es immerhin bis in die zweite deutsche Profiliga gebracht hat. Beim SV Wehen-Wiesbaden lief zuletzt sein Vertrag aus, weshalb er überhaupt in die Situation kam, darüber nachzudenken, was er als nächstes machen wolle.
Mit gerade mal 29 Jahren ist er sogar noch im besten Fußballer-, ja sogar im allerbesten Torhüteralter und eigentlich weit davon entfernt, schon jetzt seine Karriere auf den hinteren Plätzen der Weltbühne Fußball ausklingen lassen zu müssen. Wie kommt jemand auf die Idee, mit 29 Jahren seine Karriere quasi zu beenden und auf einem anderen Kontinent, in einem zwar für ihn nicht gänzlich fremden — Thomas Richter war bereits zwei Mal mit der Studentennationalmannschaft in Südafrika — dennoch nicht heimischen Land etwas völlig Neues zu wagen?
Zum einen war er inspiriert von seinem ehemaligen Gladbacher Kollegen im Tor, Jörg Stiel, der ihm davon vorschwärmte, wie er mal ein Jahr in Mexiko als Profitorwart verbrachte und das als beste Erfahrung seines Lebens bezeichnete. Zum anderen wollte er einfach mal etwas anderes sehen, sagte Richter, für den immer nur die 2. oder 3. Liga in Deutschland eben weiterhin “immer dasselbe” bedeutet hätte.
Zufällig [Achtung: Berichtigung siehe Kommentar unten - für diesen Fehler möchten wir uns entschuldigen] kam dann ein Spielervermittler aus Südafrika auf ihn zu, der einen Torwart für das Team von Supersports United, dem südafrikanischen Meister suchte. Dieses Angebot zerschlug sich jedoch just vor Richters Abreise nach Johannesburg. Nur ein paar Minuten später flatterte ihm aber das Angebot der Mpumalanga Black Aces ins Haus, die ebenfalls nach einem Torhüter suchten. Nicht lange gezögert, Frau, Kind und Kegel eingepackt und schon saß er im Flieger nach Südafrika, wo er nun von einem Nordiren trainiert wird, und ansonsten seiner Meinung nach überall auf “herzliche Menschen”, die mit sehr wenig zurechtkommen, trifft.
Auf die Frage, welche Chancen er dem Team von Südafrika bei der WM 2010 einräumt, antwortet er etwas ausweichend, dass Südafrika gegen europäische, groß gewachsene Mannschaften sicher Probleme bekäme. Das würde bei dem Testspiel in Leverkusen, zu dem Südafrika demnächst gegen Deutschland antritt, sicher nicht anders werden.
Das Fußball-Kultur-Fachorgan 11Freunde hat das ganze Interview mit dem neuen Mann in Südafrika. Und dass er selbst regelmäßiger 11Freunde-Leser ist, wie er in seinem Profil bei seinem neuen Club verrät, wird sich nichts dazu beigetragen haben, dass es zu diesem Interview kam.
photo credit: species_snob
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Schlagworte: Borussia Mönchengladbach, Jörg Stiel, Mpumalanga Black Aces, Südafrika, Supersports United, SV Wehen-Wiesbaden, Thomas Richter, Torhüter, Torwart, WM 2010





[...] erst über Thomas Richter gebloggt, der als Torwart zunächst nach Johannesburg wechseln wollte, schließlich aber bei den Mpumalanga Black Aces gelandet ist, folgt nun der nächste Spieler aus einer deutschen Profiliga, der seine [...]
Pingback by Auch Thomas Cichon wechselt nach Südafrika | Touring-Afrika: Afrika Blog — 30. September 2009 @ 08:32
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wollte Ihren Bericht über Thomas Richter nur etwas berichtigen ! Er bekam nicht durch Zufall einen Spielervermittler, sondern ich habe ihm das vermittelt und somit den Kontakt ermöglicht der schlieslich zum Vertragsabschluß führte .
Am Rande vermerkt bin ich seit 1999 Torwarttrainer bei den Kaizer Chiefs.
Mit sportlichen Grüßen
Rainer Dinkelacker
Kommentar by Rainer Dinkelacker — 30. Dezember 2009 @ 11:20