Volunteers für die WM 2010
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Volunteers für die WM 2010

20. August 2009

Für eine Cola und ein Stück Torte: Volunteer bei der WM möchte man nicht sein.

Für eine Cola und ein Stück Torte: Volunteer bei der WM möchte man nicht sein.

Wie merkbefreit muss man eigentlich sein, wenn man sich für ein Programm bewirbt, bei dem man selbst kostenlos seine Arbeitskraft zur Verfügung stellt, während der Organisator des Ganzen sich die Taschen vollmacht? Wenn auch nicht ganz so arg voll wie bei der WM in Deutschland, weil die Menschen in Südafrika bekanntermaßen die Geldbörse nicht ganz so locker sitzen haben wie die Millionen hierzulande, die zur WM strömten.

Als Argument kann man durchaus noch stehen lassen, dass man immerhin kostenlos an einer WM teilnimmt, vielleicht auch Einblicke erhält, die einem auf herkömmlichen Wege vorenthalten blieben. Dass aber die Anreisenden Volunteers, wie die Freiwilligen auf englisch heißen, keinen Cent für ihren Einsatz sehen, ist natürlich ein schlechter Scherz.

Umso schlimmer, dass es immer wieder ausreichend Kandidaten für solch eine Ausbeutung gibt.

Über 18 muss man sein, natürlich gut Englisch sprechen, immer freundlich und zuvorkommend bleiben und so weiter und so fort. Es mutet wirklich wie etwas aus dem Reich der Fabeln an, dass die Organisatoren in Südafrika auf diese Volunteers angeblich angewiesen sind. Bis zu 15.000 kostenlose Arbeitskräfte werden auf diese Weise akquiriert.

Da sollte man doch lieber auf eigene Faust nach Südafrika reisen und sich vor Ort nicht nur nach WM-Tickets umsehen, sondern auch frei von allen beruflichen Zwängen die Leute im Land kennenlernen. Und so spannend sind die Katakomben eines Stadions oder die Bushaltestelle in der Vorstadt nun auch nicht, das darf hier ruhigen Gewissens und ohne die Katakomben der WM-Stadien in Südafrika zu kennen, behauptet werden.

All dem zum Trotze gibt es eben ausreichend Interessenten, und dann wären die Ausrichter natürlich auch schön blöd, wenn sie für etwas bezahlten, was sie auch umsonst bekommen können. Wenn man dann im Vorhinein, während des WM-Turniers und auch im Nachhinein aber immer dieser Berichte über begeisterte Fuzzies ertragen muss, das Gesülze von der “tollen Stimmung”, die unter den Volunteers geherrscht habe und wie viel diese mit ihrer unendlichen Freundlichkeit dazu beigetragen haben, dass diese WM in Südafrika ein voller Erfolg wurde — dann muss man sich schon schwer beherrschen, um nicht dem Medium, mittels dessen man diese Nachrichten erfahren muss, größeren Schaden zuzufügen.

Volunteers bei einer durch und durch kommerziellen Angelegenheit — um überhaupt erst auf eine solche Idee zu kommen, braucht man schon ein reichlich perfides Hirn.

Creative Commons License photo credit: San Jose Library


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3 Kommentare »

  1. Hallo,

    ich finde es sehr schade, dass Du die Arbeit der vielen hunderten und tausenden freiwilligen Helfern dieser Großveranstaltungen mit Füßen trittst.

    Veranstaltungen wie der Confederation Cup, die FIFA WM, die Leichtathletik WM in Berlin, die Eishockey WM, Veranstaltungen der Ruhr 2010 und viele viele mehr.

    Den Helfern geht es dabei in keinster Weise darum Geld zu verdienen, sondern Botschafter für Ihr Land oder Ihre Stadt zu sein, Gäste Willkommen zu heißen und die Organisation aufrecht zu erhalten. Mehrere 10.000 Menschen stehen hinter diesen großen Ereignissen und ohne Ihren Einsatz, wären solche Großveranstaltungen nicht möglich.

    Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Menschen dieses tolle Engagement zeigen und ein Vorbild für die ganze Gesellschaft sind. Nicht umsonst sind auch wieder über 60 % aller Volunteers der U20-Frauen WM und der Frauen WM 2011 bereits bei einen, mehreren oder sogar allen o.g. Events im Einsatz gewesen. Sie holen sich die Wertschetzung Ihres tun´s nicht durch einen extra Obolus auf Ihrem Konto, sondern durch ein Lächeln des zufriedenen Gastes, durch ein tolles miteinander unter den Volunteers und Organisatoren und den umfangreichen Erfahrungen und unvergesslichen Erlebnissen, von denen sie noch Jahre später erzählen können.

    Ich könnte diesen Kommentar noch endlos füllen, werde dies aber aus Zeitmangel beenden. Denn ich habe keine Langeweile solch einen sinnfreien Text wie der Verfasser dieses Blogs zu schreiben. Denn auch ich bin ein Volunteer und habe eine tolle Aufgabe bei der U20 Frauen WM. Seid dabei!

    Kommentar by Volunteer — 27. Juni 2010 @ 01:25

  2. Wenn Du auf Deinen Anteil verzichtest, dem Organisator aber wie z. B. bei der WM 2006 damit 135 Millionen Euro Gewinn ermöglichst, bist Du weiterhin selbst Schuld.

    Dass diese Veranstaltungen “ohne Freiwillige nicht möglich seien”, ist eine Legende, die die Organisationen, die möglichst großen Profit herausschlagen wollen, auch auf Kosten der Volunteers, in die Welt gesetzt haben, um eben ihren eigenen Profit so groß wie möglich werden zu lassen. Selbst Schuld, wer da tage- oder wochenlang seine Arbeitskraft und -zeit jemandem zur Verfügung stellt, der sich danach in dicken Millionenzahlen die Hände reibt.

    Mir fällt da weiterhin nur ein Wort zu ein: Verarschung.

    Kommentar by Frank — 27. Juni 2010 @ 10:08

  3. Lieber Frank, mit Deine Meinung zu dem Thema “Freiwillige” stehst Du nicht allein – ähnliche Anwürfe waren vor der WM 2006 in Deutschland zu hören und zu lesen – ebenso vor der EM 2008 – nur bei der Leichtathletik WM in Berlin (2009) konnte ich so recht nichts davon lesen.Dies mag wohl daran liegen, dass der Kommerz bei den Leichtathleten sich arg in Grenzen hält – zumindest kann der Weltverband nicht mit der wirtschaftlichen Größe der FIFA/UEFA sowie des DFB mithalten. So unisono mit dem schlichten Hinweis auf die Geschäftemacherei den Volunteers vorzuwerfen, sie wären dumm, ist jedoch so nicht haltbar.Oder meinst Du, dass die Fans, die weltweit ihren Idolen im Sport – sei es z.B.Fussball / Baseball / Rugby / Basketball / Handball nacheifern – sie unterstützen durch den Kauf von Dauerkarten oder entsprechednen Fanutensilien – wären ebenso wie die Volunteers als dumm zu bezeichnen?
    Ich habe beide Seiten er/gelebt – habe mein Fussbalteam in Heim- und Auswärtsspielen unterstützt – was manchmal schwer genug war – nicht mal wegen dem Geld sondern wegen der (nicht) erbrachten Leistung. Ich war Volunteer in Hamburg 2006, in Innsbruck 2008 und in Berlin 2009 – ich habe mich bereits für die Frauen WM 2011 registriert und bin vorgemerkt für die Olymischen Spiele 2012 in London.
    Ich habe bei den bei den Events tolle Menschen kennen gelernt und freue mich, sie demnächst erneut als Volus zu treffen. Ich habe bei der Leichtathletik WM in Berlin als Anti-Doping-Caperon die Sieger und Besiegten aus nächster Nähe erlebt und war wie immer traurig und froh zuzgleich, als alles vorbei war. Ich freue mich auf die nächsten Aufgaben – möchte Gastgeber und Helfer sein in Deutschland – sehr gern in London und überall da, wo es passt – ein Volunteer halt.

    Kommentar by Klaus — 30. Juni 2010 @ 12:40

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