Fährt Beckham mit zur WM 2010 nach Südafrika?
Touring-Afrika.de - ReiseführerTouring-Afrika.de - Reisen
   
 

 

 


Fährt Beckham mit zur WM nach Südafrika?

19. August 2009

Auf dem Bild sind mindestens drei Mal Beckham im Stadion. Wird er auch bei der WM in Südafrika dabei sein?

Auf dem Bild sind mindestens drei Mal Beckham im Stadion. Wird er auch bei der WM in Südafrika dabei sein?

David Beckham ist schon seit sehr langer Zeit kein Fußballstar mehr. Er ist ein Glamourboy, ein Model, ein Gossip- und Werbestar. Seit er das ehemalige Spice-Girl Victoria Beckham ehelichte, ist er häufiger auf den Titelseiten der Magazine der Welt als auf jenen der Sportzeitungen. Wenn es das Wort nicht schon vorher gegeben hätte, müsste man die Bezeichnung “metrosexuell” extra für ihn erfinden.

Komischerweise ficht das weder die Fußballfans in England noch seine Mitspieler an. Wobei man bei seinem Mitspielern zumindest zu Zeiten bei Real Madrid auch nicht unbedingt von weniger Glamour und Aktivitäten abseits des Platzes ausgehen durfte. Dass er im rauen Manchester (fußballerisch) groß wurde und lange Zeit seiner Karriere dort verbrachte, dürfte nur jene verwundern, die Manchester United noch für einen Klub aus Manchester halten.

Beckham, der Merchandising-Magnet

Das mag er mal gewesen sein, inzwischen ist Manchester United ein Klub aus England, eher sogar aus der ganzen Welt. Um diese Formulierung zu verstehen, muss man sich nur anschauen, wo die Fans herkommen, die Manchester United-Trikots kaufen, die Manchester-Merchandising kaufen, welche gleichzeitig die Stadt geschweige denn das Stadion auch nur im Entferntesten nur mal aus der Nähe gesehen hätten: Sie kommen aus der ganzen Welt.

Somit rechtfertigte David Beckham seine Anwesenheit im Team von Manchester United und eben später bei Real Madrid alleine damit, dass er für Aufmerksamkeit, Ruhm und Umsätze sorgte, die mit seinen sportlichen Qualitäten relativ wenig zu tun hatten.

Dass er einer der weltbesten Freistoßschützen seiner Zeit ist oder war, bleibt sein einziges Merkmal, in dem er sich auf Weltklasseniveau bewegte. Ansonsten war er fußballerisch immer nur eher internationales Mittelmaß. All das Ballyhoo, das um ihn gemacht wird, reichte dennoch auch dann noch dazu aus, extra für ihn eine Ausnahme in der Gehaltsstruktur der amerikanischen Major League Soccer (MLS) zu machen, als er seinen Zenit schon weit überschritten hatte. Und so wechselte er zu seiner dritten Profistation nach Los Angeles zur dortigen LA Galaxy über den Teich.

Bald Rekordnationalspieler Englands?

Dass man als gefeierter, aber sportlich wenig geforderter Star schlechte Chancen hat, von seinem Nationaltrainer (Fabio Capello) ins WM-Aufgebot für Südafrika berufen zu werden, dürfte David Beckham dann ein wenig später eingefallen sein, als ihm lieb sein kann. Böse Zungen behaupten, sein einziger Antrieb sei jetzt noch, Rekordnationalspieler Englands zu werden, und deshalb müsse das restliche Team ihn mit durchschleppen. Aktuell hält diesen Rekord noch der Ex-Torwart Peter Shilton mit 125 Einsätzen, David Beckham steht bei 113.

Wer so argumentiert, übersieht jedoch, dass Beckham zwar allen möglichen und unmöglichen modischen Schnickschnack mitgemacht hat. Genauso war er aber immer auch ein Sportsmann durch und durch, dem man keineswegs mangelnden Ehrgeiz unterstellen kann. Sieht man über die paar Roten Karten hinweg, die er auch nicht häufiger als die meisten anderen Spieler in einer solch langen Karriere bekam, dann bleibt unter dem Strich bei David Beckham tatsächlich jemand, der aus dem Talent, gut flanken und schießen zu können mit Ehrgeiz, Einsatz, Fleiß und vorbildlich sportlichem Lebensstil alles gemacht zu haben.

Alles, außer einem Titel mit der Nationalmannschaft natürlich. Denn dem läuft England bekanntlich schon seit 1966 vergeblich hinterher. Beim einzigen Titelgewinn Englands bei einem großen Turnier war David Beckham noch nicht geboren, und so sind ihm seine Bemühungen, am Ende seiner Karriere doch noch etwas zu gewinnen, als aufrichtige und tatsächlich sportlich motivierte abzunehmen.

Kapitän und Weltmeister Beckham?

Nicht umsonst würde Beckham lieber heute als morgen zurück zum AC Mailand wechseln, wohin er in der Winterpause der amerikanischen Liga ausgeliehen war: Nur bei einem europäischen Klub erhält er die Wettkampfhärte und das Training, das ihn in die Lage versetzt, im Sommer 2010 mit zur WM nach Südafrika zu fahren. Und womöglich als Kapitän der englischen Mannschaft nicht nur deren Rekordnationalspieler zu werden, sondern auch den WM-Pokal im Johannesburger Soccer City Stadion in die Höhe zu recken.

Ob dieser Wechsel nun stattfindet oder nicht, entscheidet also zunächst mal nur darüber, ob David Beckham überhaupt im Rennen um einen Kaderplatz für die WM in Südafrika bleibt. Wenn dieser Wechsel erfolgt ist, wird man sehen, wie sich Beckham in der italienischen Serie A, die sportlich so wenig zu ihm zu passen scheint, schlagen wird. Und wir werden weiter berichten, ob einer der größten noch aktiven Stars des Fußballs ebenfalls ein Flugticket nach Südafrika buchen wird — und ob dies als Fan oder als Spieler geschieht.

In Kürze mehr dazu, denn allzu lange ist es ja nicht mehr bis, die WM schon vor der Tür steht.

Creative Commons License photo credit: cuttlefish


Das könnte auch interessieren:

» Offiziell: Pretoria eine der lebenswertesten Städte der Welt
» Soweto: Die Townships im Südwesten von Johannesburg
» Olympia 2012: Im Fußball vier Teams aus Afrika dabei
» Kapstadt: Frachter vor Südafrika gestrandet
» Südafrika: Afrika-Cup 2013 hauptsächlich in kleinen Stadien

Schlagworte: , , , , , , , , , , ,

1 Kommentar »

  1. Hallo. Ein schöner und ausführlicher Artikel. Ich denke Backhams Zeiten sind (leider) vorbei. Die Tage wo er Spiele entschieden hat, wird er nicht mehr haben. Der Umzug in die Staaten (wahrscheinlich seiner Frau zu liebe) war ein fehltritt für seinen Sport. Dennoch würde es mich freuen wenn Backham bei der WM dabei wäre. Vielleicht überrascht er uns alle ja :) Lassen wir uns überraschen :)

    Kommentar by Georg — 24. August 2009 @ 11:30

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URL

Hinterlasse einen Kommentar










  
Touring-Afrika auf Facebook