1860 München in Südafrika dabei?
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1860 München in Südafrika dabei?

3. August 2009

Hier tritt Kenny Cooper vor seiner WM-Teilnahme in Südafrika vor den Ball: in der Münchner Allianz-Arena.

Hier tritt Kenny Cooper vor seiner WM-Teilnahme in Südafrika vor den Ball: in der Münchner Allianz-Arena.

Naja, nicht ganz. Ein Klub kann schließlich schlecht an einem Länderturnier teilnehmen. Vielen ist aber nicht bekannt, dass die Klubs in gewisser Form dann eben doch an einem solchen Turnier teilnehmen. Über die Sprache nämlich. Wenn ein Nationalspieler ein Länderspiel durchführt, so macht er dies immer “für seinen Verein”. So kommt es zustande, dass ein Spieler 20 Länderspiele für Fortuna Düsseldorf und 38 Länderspiele für Werder Bremen haben kann: Wenn er, was ja heutzutage fast selbstverständlich ist, im Laufe seiner Karriere den Verein wechselt.

Was hat aber nun der TSV 1860 München damit zu tun? Einen deutschen Nationalspieler gibt es doch gar nicht im Kader des TSV 1860? Richtig, und der Letzte, der von 1860 München stammte, ist sogar auch schon ziemlich lange her und alt und verwelkt: Benny Lauth ist es, der von einer WM-Teilnahme 2010 in Südafrika so weit entfernt ist wie München von den USA. Und da wären wir auch schon bei des Rätsels Lösung:

Denn in Kenny Cooper haben die Münchner Löwen vom TSV 1860 gerade einen US-amerikanischen Nationalspieler verpflichtet, der ob seiner guten Kennzahlen in der amerikanischen MLS und seinen gesamten Anlagen fast sicher bei der WM in Südafrika dabei sein wird. Dann zwar im Trikot der USA, aber auf Klubebene wird er diese Länderspiele eben “für den TSV 1860 München” machen. Da die WM-Spiele in die gesamte Welt übertragen werden ist dies keine schlechte und vor allem im Prinzip kostenlose Werbung für den Vertrag gebenden Klub.

Dies wird allerdings nicht den Ausschlag gegeben haben, den US-Boy (gerade mal 24 Jahre alt) zu verpflichten: Mit den Meriten, Mitglied des All-Star-Teams der MLS gewesen zu sein, kommt Kenny Cooper in die zweite deutsche Bundesliga zu Trainer Ewald Lienen, der wiederum hoffen dürfte, dass Cooper etwas gegen die chronische Torflaute bei den Münchner Löwen zu tun weiß. Bevor er sich nach dieser Saison Südafrika und seine Hotels etwas länger anschauen wird. Ca. zwei bis drei Wochen lang, im Winter von Südafrika.

Creative Commons License photo credit: motoyen


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