WM 2010 ohne Argentinien?
21. Juli 2009| Tweet |
Wie es im Sport und ganz besonders im Fußball so ist: einzelne Begegnungen werden vergleichsweise häufig durch den Zufall entschieden. Meisterschaften mit langen Runden und Hin- und Rückspiel verringern diesen Faktor, so dass sich gerade in einer Liga meist tatsächlich die stärkeren Teams gegen die schwächeren durchsetzen. Anders ist dies in Pokal-Wettbewerben mit KO-Runden, weshalb man bei diesen auch von den viel zitierten “eigenen Gesetzen” spricht, die der Pokal habe.
In Südamerika also gibt es eher eine kleine Meisterschaft statt einer Qualifikationsrunde, was in letzter Konsequenz fast immer dazu führt, dass sich die Favoriten qualifizieren. Brasilien qualifizierte sich (übrigens als einziges Land) für alle ausgetragenen Weltmeisterschaften. Argentinien verpasste zum letzten Mal 1970 die Qualifikation für ein WM-Turnier.
Und wie es im Verlauf einer solchen Meisterschafts-ähnlichen Runde nun mal so ist, gibt es auch dabei Hochs und Tiefs, kleine und größere Krisen, obwohl man sich in Bezug auf Argentinien und Brasilien nahezu sicher sein kann, dass am Ende alles gut ausgeht. Zur Zeit aber befindet sich Argentinien in einer dieser kleinen Krisen.
Der neue Nationaltrainer in Personalunion mit einer nicht nur in Argentinien verehrten Gottheit – Diego Armando Maradona – musste einige herbe Schlappen hinnehmen. Zum Nationaltrainer ohnehin eher wegen seines Standings im Fußball als wegen seiner Trainer-Fähigkeiten berufen, scheint er trotz eines großen Beraterstabs, der die eine oder andere taktische Schwäche Maradonas ausgleichen könnte, schwer in der Kritik.
Eine haushohe, ja geradezu vernichtende Klatsche beim eher als Außenseiter einzustufenden Bolivien brachte ihn in die Schusslinie. Mit 6:1 verloren die “Gauchos” in der bolivianischen Höhenluft. Dort sind zwar schon ganz andere Teams wegen der klimatischen Bedingungen untergegangen (weshalb ja alle WM-Teams ein Quartier in der relativen Höhe von Johannesburg suchen und nicht etwa ans Meer, nach Kapstadt wollen), doch brachte diese Niederlage die Argentinier in der Tabelle in arge Gefahr.
Und als sich wenig später eine 0:2-Niederlage in Ecuador anschloss, war das Nervenkostüm der argentinischen Medien endgültig zerfetzt. Nur noch 2 Punkte steht Argentinien vor dem nicht mehr direkt zur Qualifikation berechtigenden Playoff-Platz. Und der nächste Gegner heißt ausgerechnet Erzrivale Brasilien. Danach folgen nur noch 3 weitere Partien, um die Qualifikation für Südafrika 2010 in trockene Tücher zu bringen. Es könnte alles auf ein aufreibendes Duell mit dem aktuell Fünftplatzierten Ecuador hinauslaufen, dessen Ausgang ungewiss ist.
Sicher zittert man in Südafrika genauso wie bei der FIFA: Eine WM ohne das Star-Team der Argentinier, eine WM ohne Trainer Maradona wäre ein herber Verlust, wenn stattdessen die unbekannten Gesichter aus Ecuador anreisten.
Aber wie es im Fußball eben oft ist: Am Ende einer Ligarunde setzt sich meist der stärkere durch. Noch muss Südafrika seine Hoffnungen auf die Ankunft des “Dios” Maradona nicht begraben. Aber es könnte knapp werden.
photo credit: luistxo eta marije
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Schlagworte: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Diego Maradona, Ecuador, Johannesburg, Kapstadt, Südafrika, WM 2010





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