Ramadan
15. Juli 2009| Tweet |
Verzicht ist oberstes Gebot, wenn der neunte Monat des moslemischen Mondkalenders beginnt. Dann haben die Muslime in Ägypten, Somalia, Tunesien, Marokko oder sonst wo auf der Welt eine Gemeinsamkeit: Sie stellen sich der Herausforderung des Ramadans. Das Fest der Reinigung wirkt sich auch auf Besucher aus, denn alles läuft viel langsamer ab als gewöhnlich und viele Länder fallen in eine regelrechte Lethargie.
In Marokko und im Sudan ist die Auswirkung des Ramadans auf das tägliche Leben besonders deutlich zu spüren. Viele Behörden und Geschäfte öffnen nur wenige Stunden am Tag. Auch in den Hotels läuft der Betrieb auf Sparflamme und viele Restaurants bleiben sogar geschlossen. Auch Cafés und sonstige Stätten, die meist von Einheimischen besucht werden, öffnen erst am Abend. Die Rituale des Ramadan sind streng und viele Muslime haben kaum Kraft um ihrer geregelten Arbeit nachzugehen. Der Verzicht auf Nahrung und Getränke vom frühen Morgen bis Sonnenuntergang ist für viele eine große Belastung. Nebensächlich ist der Verzicht auf sexuelle Aktivitäten und Rauchen.
Sobald die Abenddämmerung hereinbricht, ist die Erlösung nah. Meist erklingt eine Sirene und dann darf endlich wieder jeder Versuchung nachgegeben werden. Die Abendmahlzeiten sind während des Ramadan viel üppiger als gewöhnlich. Die Frauen sind oft den ganzen Tag damit beschäftigt, für den Abend ein wahres Festmahl zu kreieren. In vielen Ländern werden noch traditionell Speisen und Getränke an Arme und Bedürftige verteilt. In Marokko wird allabendlich „Harira“ verteilt. Dabei handelt es sich um eine delikate Suppe, die aus Kichererbsen hergestellt wird.
Für Touristen kann der Ramadan einen ganz besonderen Reiz haben. Wer sich traut, der sollte einfach mit „fasten“. Überwältigend ist das Glücksgefühl, wenn am Abend wieder lustvoll geschlemmt werden kann und die besondere Stimmung, die in vielen Großstädten herrscht, springt schnell herüber. Gerade nach Sonnenuntergang scheinen die Menschen zufriedener und glücklicher zu sein.
Quellenangaben zum Foto: www.pixelio.de (C) Toby K.
(Carina Tietz)
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Schlagworte: Ägypten, Harira, Marokko, Mondkalener, Ramadan, Somalia, Sudan, Tunesien




