Problem Unterkünfte bei der WM 2010 in Südafrika
8. Juli 2009| Tweet |
Die Unterkünfte werden eins der großen Probleme bei der WM 2010 werden. Schon jetzt sind alle Kapazitäten in den attraktiven Nationalparks ausgebucht. Wer also eine Reise zur Fußball-WM in Südafrika mit seinem touristischen Interesse am Land und dessen interessanten Sehenswürdigkeiten verbinden will, kann auf diese praktische Lösung nicht mehr zurückgreifen.
Selbst der deutsche Ex-Weltmeister Thomas Berthold spricht in seiner kicker-Kolumne, äußerst ungewöhnlich, davon, dass eine Reise auf eigene Faust eher nicht angestrebt werden solle. Sowohl Unterkünfte als auch das Transportsystem in Südafrika seien noch nicht auf den Ansturm ausgerichtet, ganz davon abgesehen, dass sie auch nicht europäischen Standards entsprächen. Lieber solle man als europäischer Reisender ein Pauschalpaket buchen, bei dem man in den Punkten Unterkunft und auch Transport auf der sicheren Seite ist.
Ziemlicher Abenteuerurlaub
Wenn Berthold von einem “ziemlichen Abenteuerurlaub” spricht, falls man keine Komplettpakete für seine Reise nach Südafrika bucht, dann ist das ganz sicher nicht als Kompliment oder Aufforderung zu verstehen. Während des Confed-Cups waren die Unterkünfte rund um die Stadien bereits komplett belegt – und zwar von südafrikanischen Fans der eigenen Mannschaft! Damit ist klar: die Kapazitäten sind gering, und in Kürze starten diverse Pauschalanbieter ihre letzten Kampagnen, nachdem Blockierungen von Reservierungen aufgehoben werden.
Die deutsche Mannschaft sucht ebenfalls schon ein Quartier, wie hier bereits erwähnt, obwohl sie noch nicht qualifiziert ist, aber der Wettlauf um die besten Lager für die eigenen Teams ist hart. Das ist deshalb so, weil es nur wenige Quartiere mit annehmbarer Qualität gibt und weil es sehr viele Interessenten gibt, schließlich nehmen neben dem Gastgeber Südafrika noch 31 weitere Nationen teil. Niemand möchte sich den Vorteil nehmen lassen, in relativer Höhe zu residieren und so auf den Vorteil der vermehrten Blutkörperchen im Blut verzichten.
Gefahr Lagerkoller
Elementar ist die Auswahl eines alle Anfordernisse erfüllenden Quartiers auch deshalb, weil die Sicherheitslage in Südafrika eine gänzlich andere als in Mitteleuropa ist. Den Spielern wird es nicht möglich sein, auf eigene Faust und außerhalb der Gruppe durch die Städte zu schweifen. Ein Lagerkoller, begünstigt durch ständiges Zusammensein mit der Gruppe und durch die Abwesenheit der Möglichkeit, einmal selbständig etwas zu entscheiden, scheint viel wahrscheinlicher als bei Turnieren in Europa.
Eine große Sorge Jogi Löws, weshalb dieser sich ebenfalls persönlich um die Auswahl des Lagers kümmert und diese Sache nicht seinem Manager Oliver Bierhoff überlässt. Zufrieden über den allgemeinen Ablauf des Confed-Cups zeigte sich Löw zwar schon, kam aber nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass es überall an geeigneten Trainingsplätzen fehle, die einem normalen europäischen Standard entsprächen. Die Frage, ob der DFB nicht kurzerhand selbst ein Trainingslager mit annehmbaren Plätzen aus dem Boden stampfen solle, um es hinterher dem südafrikanischen Fußballverband bzw. der gesamten südafrikanischen Bevölkerung zur Verfügung zu stellen, wurde seltsamerweise trotz dieses Bedarfs nie diskutiert. Zu brüskierend wäre wohl eine solche Anmaßung für den Gastgeber Südafrika, obschon deutsche Fachleute ohnehin an vielen Stellen bei der Planung ihr Wissen von der WM 2006 einfließen lassen.
Ablenkung ist gefragt
So entscheidet möglicherweise die Qualität des Zerstreuungsprogramms innerhalb des deutschen Lagers darüber, ob es einen Lagerkoller und einhergehende Zerwürfnisse innerhalb des Teams geben wird oder nicht. Die Holländer, eine in dieser Disziplin große Mannschaft, würden sich freuen, wenn es diesmal andersherum liefe, was es zu vermeiden gilt.
Wie sagte doch Ex-Nationalspieler Bernd Schneider, der jüngst seine Karriere beenden musste und bei der WM 2010 auf keinen Fall als Spieler dabei sein wird, auf die Frage, wie er es nach seiner Ankunft bei der WM in Japan und Südkorea 2002 dort fände:
“Meine größte Sorge ist, wie ich meine Playstation anschließen kann.”
Ihre Reiseinteressen für die WM 2010 in Südafrika! – Vielleicht kommen Sie so noch recht einfach an eine Unterkunft!
photo credit: Sam Catchesides
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Schlagworte: Bernd Schneider, Holland, Japan, Jogi Löw, Nationalmannschaft, Nationalpark, Oliver Bierhoff, Quartier, Sicherheit, Südkorea, Thomas Berthold, WM 2002, WM 2006




